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Katholische Schule nur für Duderstädter Kernstadt?

Dorfschulen fehlen die Kinder Katholische Schule nur für Duderstädter Kernstadt?

Der demografische Wandel macht auch vor den Grundschulen im ländlichen Raum nicht Halt: „Unsere Sorge ist, dass bisher einzügig geführte Schulen in ihrem Fortbestehen gefährdet sind“, schildert Andrea Ohse ihre Befürchtung. Die Schulleiterin der Paul-Maar-Grundschule in Hilkerode hat bereits dahingehende Tendenzen beobachtet.

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St.-Elisabeth-Schule: Stehen die Türen bald nur noch Kernstadtkindern offen?

Quelle: Richter

Duderstadt. Bei der Anmeldung für das Schuljahr 2015/16 sei ihr aufgefallen, „dass in größerer Zahl Kinder abwandern.“ Die Eltern entschieden sich für eine Beschulung ihrer Kinder an der Duderstädter Bekenntnisschule St. Elisabeth – und damit gegen die immer kleiner werdenden Dorfschulen.

In Hilkerode stehe damit – nach den bisher vorliegenden Zahlen  2016 die Bildung einer ersten Kombiklasse aus zwei Jahrgängen bevor. „Damit würde die Attraktivität sinken“ – und möglicherweise noch weniger Kinder angemeldet.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, hat Ursula Glaese-Nörthemann, Mitglied im Arbeitskreis der Duderstädter Grundschulen, im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport vorgeschlagen, einen Schulbezirk für die St.-Elisabeth-Schule festzulegen. An der katholischen Bekenntnisschule dürften dann im Regelfall nur noch Kinder aus der Kernstadt angemeldet werden.

Die Umsetzung, so der Antrag, solle bereits zum Schuljahr 2015/16 angegangen werden, sofern die Landesschulbehörde grünes Licht gebe.

Schutz kleiner Schulen

Glaese-Nörthemann begründete dies zum einen mit dem Schutz kleiner Schulen. Zum anderen sehe sie die Notwendigkeit einer Bekenntnisschule für alle Ortsteile nicht, „wenn im Eichsfeld doch eigentlich alle Schulen Bekenntnisschulen sind“. Schließlich besuchten, mit Abweichungen, zwischen 80 und 90 Prozent Katholiken die Grundschulen auf den Dörfern.

„Das sind mehr als an der St.-Elisabeth-Schule“, erklärte sie. Die Bekenntnisschule hält 30 Prozent der Plätze frei für Andersgläubige.

„Wir können aber dafür garantieren, konfessionellen Unterricht zu erteilen“, setzte sich Eva-Maria Hunold, Schulleiterin an der St.-Elisabeth-Schule für den Fortbestand ihrer Schule als bezirkslose Bekenntnisschule ein. Während an öffentlichen Schulen Einzelbeschwerden ausreichten, um beispielsweise Kreuze abzuhängen, sei dies in einer Konfessionsschule anders.

Religionsunterricht immer gesichert

Gebete fänden auch im allgemeinen Unterricht statt, der Religionsunterricht sei immer gesichert. All das seien Gründe für Eltern, ihre Kinder an die St. Elisabeth zu schicken, nicht etwa offensive Werbung, die Ausschussmitglied Hans-Georg Schwedhelm (Grüne) vermutete: „Wir fischen nicht ab“, stellte Hunold klar.

Schwedhelm, der ähnlich wie Thomas Gerlach (SPD) den grundsätzlichen Sinn einer Bekenntnisschule in Frage stellte, wertete die bezirkslose Bekenntnisschule in unmittelbarer Nachbarschaft zur öffentlichen Schule als Anachronismus: „Das gehört ins vorige Jahrhundert“.

Er erinnerte an eine Diskussion vor rund 15 Jahren, bei der die Vertreter beider Duderstädter Grundschulen über die Zusammenlegung zu einem Grundschulzentrum abstimmen konnten – und sich für eine Trennung entschieden hatten. „Das sind antiquierte Strukturen“, machte er seinem Unmut Luft.

Situation der Schullandschaft

Diese zu überdenken, die grundsätzliche Situation der Schullandschaft zu prüfen und die Ergebnisse einer Anfrage bei der Landesschulbehörde abzuwarten, dafür plädierte auch die CDU-Gruppe. „Ich warne vor Schnellschüssen“, sagte Karl Heinz Meyna.

Er setzte sich für eine Vertagung des Tagesordnungspunktes ein, um im Vorfeld der Sitzung des Stadtrates im Dezember noch einmal im Ausschuss zu beraten. Zunächst den nur die St.-Elisabeth-Schule betreffenden Antrag zu beschließen sei „zu kurz gesprungen“. „Dann sitzen wir demnächst wegen der nächsten Schule zusammen.“

Mit seinem Vorschlag kam Meyna allerdings nicht durch, sein Antrag wurde knapp abgelehnt.

Nun muss der Rat der Stadt darüber befinden, ob für die St.-Elisabeth-Schule ein Bezirk festgelegt wird, ob dieser sich auf die Kernstadt beschränken soll und ob die Umsetzung zum Schuljahr 2015/16 erfolgt.

Das Gremium tagt am Dienstag, 21. Oktober.

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©Richter