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Keine Flüchtlinge in Eichsfelder Dörfern

Mangelnde Unterkünfte – geringes Kontingent Keine Flüchtlinge in Eichsfelder Dörfern

Vor einem Jahr hat sich die Samtgemeinde Gieboldehausen von ihrer Unterkunft für Asylbewerber und Obdachlose in Bodensee getrennt, da sich dafür kein Bedarf mehr abzeichnete. Inzwischen ist das Wohngebäude verkauft, die Zahl der Asylbewerber schnellt aber wieder in die Höhe.

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Grenzdurchgangslager Friedland.

Quelle: Hinzmann (Symbolfoto)

Eichsfeld. Insbesondere der Terror islamistischer Milizen, die Bürgerkriege in Syrien und dem Irak treiben immer mehr Menschen in die Flucht und nach Europa.

Trotz des Hausverkaufs gibt es aber kein Unterbringungsproblem in der Samtgemeinde. Denn der Landkreis Göttingen spielt eine Sonderrolle:  Das Land Niedersachsen, das die Flüchtlinge nach einem bestimmten Schlüssel auf die Kommunen verteilt, rechnet dabei die Belegung des Grenzdurchgangslagers Friedland an.

Von den rund 230 Flüchtlingen, die dem Landkreis von Juli bis Dezember zugewiesen wurden, müssen laut Kreis-Sprecher Ulrich Lottmann lediglich 46 im Kreisgebiet aufgenommen werden. Bei 24 Flüchtlingen sei das bereits geschehen, weitere würden in den nächsten Wochen erwartet.

Anders als in der Stadt Göttingen gebe es bislang keine Unterbringungsprobleme, im Dezember werde die Quote fortgeschrieben. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das bereits die diesjährige Prognose nach oben korrigiert hat, rechnet mit weiter steigenden Zahlen im kommenden Jahr.

Flüchtlinge nicht dezentral verteilt

„Der Kreis ist bislang noch nicht mit dem Wunsch an uns herangetreten, Flüchtlinge aufzunehmen“, sagt Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU). Das könne auch damit zusammenhängen, dass die Flüchtlinge nicht dezentral verteilt werden wollten. Trotz des Hausverkaufs in Bodensee habe die Samtgemeinde im Bedarfsfall noch Wohnmöglichkeiten – „mit allen Problemen, die uns dann fordern, von Sprachbarrieren bis zur Beschulung der Kinder.“

Auch in der Stadt Duderstadt sind bislang keine Bürgerkriegsflüchtlinge einquartiert. Die Stadt führe aber Gespräche mit dem Göttinger SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann, sagt Fachbereichsleiterin Annelore von Hof. Oppermann hat eine Initiative gestartet mit dem Ziel, dass jede Gemeinde im Landkreis die Patenschaft für eine syrische Flüchtlingsfamilie übernimmt.

Dafür sieht von Hof derzeit wenig Chancen in Duderstadt. Es gebe zwar leerstehende Häuser in den Dörfern. Die hätten jedoch hohen Sanierungsbedarf, seien eher ungeeignet und für Flüchtlingsfamilien zu weit ab vom Schuss. Bislang sei es noch nicht einmal gelungen, eine gemeinsame Unterkunft für die Familie zu finden, die bei der Brandtragödie am Duderstädter Ebertring im März zwei Kinder und den Großvater verloren hat.    

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