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Kinder und Jugendliche beteiligen sich an Kontura05

Falten für den Frieden Kinder und Jugendliche beteiligen sich an Kontura05

Anfangs ist es ein quadratisches Blatt Papier, das vor jedem der sechs Kinder am Tisch im Flur des Duderstädter Jugendfreizeitheims liegt. Schritt für Schritt, Knick für Knick wird  aus dem Blatt Papier eine Taube, eine Friedenstaube.

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Knallbunte Wand als Teil der Friedens-Ausstellung: Kinder sorgen im Ferienprogramm für Farbe.

Quelle: Richter

Duderstadt. Zunächst entstehen einige farbige Exemplare, dann folgen weiße Tauben. Das Origami-Projekt, das Angelika Wiesner-Sorhage anbietet, ist Teil eines zweitägigen Workshops, mit dem sich Duderstädter Kinder an der Kontura05, der nächsten Ausstellung des Kunstvereins, beteiligen. Thema der Jahresausstellung ist „Frieden“.

Die Tauben werden fliegen. Eines Tages werden sie im Heimatmuseum zu sehen sein, ebenso wie die übrigen Objekte, die am Dienstag und Mittwoch entstehen.

Religionen symbolisch verbunden

Anfangs ist es ein rechteckiges Stück Sperrholz, das im Atelier vor den Kindern und Christiane Mosler liegt. Zunächst wird eine weiße Grundierung aufgebracht, dann folgt Farbe. Nicht einfach nur bunt, sondern in den Symbolfarben von 13 Religionen werden die Hölzer gestrichen.

Im oberen Drittel bringen die Kinder einen Kreis in Kontrastfarbe auf, darauf ein goldenes Zeichen. Jedes davon steht für eine Glaubensrichtung. „Gerade der Islam steht derzeit so stark in der Kritik“, erklärt Mosler die Intention des Projektes, dies führe zu Vorurteilen und Abgrenzungen der Religionen voneinander.

Ihr Projekt soll das Gegenteil bewirken und eine Gemeinsamkeit in den Mittelpunkt rücken. In jeder Religion werde nämlich sinngemäß ein Grundsatz eingehalten, der in Deutschland in einem geflügelten Wort festgehalten sei: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu.“

Peace-Zeichen auf knallbunter Wand

Anfangs ist es eine weiße Wand, die den Innenhof des Jugendfreizeitheims begrenzt. Dann nähern sich Kinder und Jugendliche in übergroßen, farbbeklecksten Hemden und mit Pinseln in den Händen. Zunächst entstehen Sterne, Herzen und geometrische Figuren in den verschiedenen Farben.

Dann verschwimmen die Motive ineinander. Eine knallbunte Fläche entsteht, ein echter Hingucker. „Wenn der Hintergrund fertig ist, kommt noch eine Peace-Zeichen drauf“, erklärt der 16-jährige Erik Felkl. Wie die anderen Kinder und Jugendliche habe auch er noch nie eine ganze Wand gestaltet - und dennoch sind schnell Ergebnisse sichtbar.

„Die Kinder legen einfach los und plötzlich entsteht etwas ganz Tolles“, sagt Mosler begeistert, während sie einen Blick durch das Fenster zum Hof wirft.

Engelsgeschwader aus Ton

Anfangs ist es ein weißer Tonklotz. Nudelholz, Fön und halbrunde Formen helfen den Kindern in der Töpfergruppe, daraus Puttenköpfe entstehen zu lassen. „Achtet darauf, dass keine Luftblasen eingeschlossen sind“, leitet Christa Paetsch-Mönkeberg die Kinder an.

Sie hat sich für die Methode Strohhut entschieden, um zwei gleichmäßige Halbkugeln zu formen: Nach dem Ausrollen spannt sie den Ton über den Hut und glättet ihn so lange, bis eine Ebene Form entsteht. Zu einer Kugel zusammengefügt werden die Kugeln mit einem Hals versehen, dann erhalten die Engel ein Gesicht.

Lene Edwards (10) möchte einen ganz lieb blickenden Engel machen, andere sollen grimmige oder lustige Gesichtsausdrücke bekommen „Manchmal entwickelt sich ein Gesichtsausdruck erst während der Arbeit“, erklärt Paetsch-Mönkeberg.

Liebe im Keilrahmen

Anfangs ist es ein schlichter Keilrahmen. Als Eva Madeheim ihr Projekt beendet, ist es ein Symbol der Liebe. In ihrem Projekt nimmt sich jedes der Kinder ein Gefühl vor und malt dazu ein Bild. Freundschaft, Freiheit, Freude - Emotionen wie diese setzen die Kinder in Bilder um.

Eva hat sich für die klassische Darstellung eines roten Herzens entscheiden. Es soll aus gefärbtem Sand gestaltet werden und vor blauem Hintergrund stehen. „Das soll der Himmel sein“, erklärt die Neunjährige.

Das Angebot im Jugendfreizeitheim ist ein fester Bestandteil des Kontura-Konzepts, das für jede Jahresausstellung die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vorsieht. „Wir arbeiten auch mit den Schulen“, erklärt Mosler. Damit wirklich alle Interessierten die Möglichkeit bekämen, an dem Projekt beteiligt zu sein, gebe es die Aktion im Jugendfreizeitheim.

Das Kreativstudio wird am Mittwoch von 11 bis 16 Uhr fortgesetzt. Kinder und Jugendliche können sich spontan anschließen.

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©Richter