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Movietown Duderstadt

Kino wird erweitert Movietown Duderstadt

Das Kino in der Duderstädter Feilenfabrik wird erweitert. In der ehemaligen Gaststätte Soley entstehen drei weitere Kinosäle. Damit steigt die Zahl der Säle fünf Jahre nach dem Neustart unter Roy Kleinecke von zwei auf fünf Säle, die Platz für rund 600 Zuschauer bieten.

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Betreiber Roy Kleinecke

Quelle: ku

Duderstadt. "Die Neugier ist groß, Kinogäste rubbeln schon Löcher in die Folie an der Tür zum Soley", sagt Betreiber Roy Kleinecke, der Verstärkung durch seinen Kompagnon Mathias Wild bekommmen hat. Seit zwei Jahren firmiert das Kino unter Movietown Eichsfeld GmbH. Mit dem Umbau soll auch nach außen aus dem Oberbegriff Eichsfelder Kinos und der Standortbezeichnung Filmcenter Feilenfabrik die Movietown Eichsfeld werden. Das macht schon deshalb Sinn, weil es im gesamten Eichsfeld inzwischen nur noch das Duderstädter Kino gibt. Von seinem Stammhaus, dem Worbiser Kino, hat sich Kleinecke vor zwei Jahren wegen Unstimmigkeiten mit dem Hauseigentümer getrennt. Das nächste Kino in Richtung Osten steht in Mühlhausen.

Soley wird umgebaut

Die Erweiterung haben Kleinecke und Wild von langer Hand geplant. Die Gaststätte Soley im Industriedesign-Ambiente der alten Feilenfabrik hatte Kleinecke 2012 als Pächter von den Geschwistern Perkel übernommen, zwei Jahre später im Vorgriff auf den Kinoausbau dann wieder geschlossen. Für die Erweiterung waren viele Hürden zu nehmen. Insbesondere der Brandschutz sei immer ein Problem beim Bauen im Bestand, sagt Kleinecke. Die Baugenehmigung der Stadt Duderstadt liegt in den letzten Zügen und soll in den nächsten Tagen oder Wochen vorliegen. Mit dem Bauamt haben sich die Kinobetreiber geeinigt, schon mit den Vorarbeiten zu beginnen. Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) begrüßt das Projekt und spricht von einem "wunderbaren Tupfer" für Duderstadt.  Eigentümer und Hausverwaltung des Einkaufcenters Feilenfabrik, die in der Vergangenheit mehrfach gewechselt haben, würden die Erweiterung positiv sehen, sagt Kleinecke. Die Investitionssumme bewege sich im hohen sechsstelligen Bereich.

   Mit den Hinterzimmern, die kaum ein Gast je zu Gesicht bekommen hat, verfügt das auf einer Ebene mit dem Kino liegende ehemalige Soley über ausreichend Fläche für Filmvorführungen. Der einstige Raucherraum, Lager, Küche und Büroflächen werden entkernt, anschließend neue Wände für die Kinosäle eingezogen. Raucher können auf die vorhandene Außenterrasse ausweichen. Auch auf Cocktails müssen Kinobesucher nicht verzichten. Dafür wurde bereits vor Monaten eine zweite Theke mit Barbereich im Foyer geschaffen. Die vorhandene Empfangstheke soll in den Flur zwischen Filmcenter und Soley verlegt werden. Durch die neue, sechs Meter lange Theke mit mehr Kassenplätzen würden auch Wartezeiten verkürzt - falls man nicht ohnehin vorgebucht hat, sagt Kleinecke. Die Zahl der zurzeit vier Vollzeit- und 13 Teilzeitkräfte soll mit der Erweiterung aufgestockt werden.

"Besucherzahlen sprechen für Duderstadt"

Bislang gibt es im ersten Obergeschoss der Feilenfabrik einen großen Saal mit 169 und einen kleinen Saal mit 104 Plätzen, der neu bestuhlt werden soll. Die Platzaufteilung der drei neuen Säle will Kleinecke wegen des Überraschungseffektes noch nicht verraten: "Es wird ein guter Mix." Der Umbau soll mit einem Bau-Blog im Internet dokumentiert werden - auch das, ohne vorab zuviel zu verraten. Die Eröffnung ist im ersten Quartal 2018 geplant, eventuell soll die Filmflut zum Jahresende aber schon durch eine Teileröffnung mitgenommen werden. Wie die beiden vorhandenen soll auch einer der neuen Säle mit 3-D-Technik ausgestattet werden. "Der 3-D-Trend stagniert und hängt sehr von den Filmen ab", meint Kleinecke.

Ab sechs Sälen könne man von einem Multiplex-Kino sprechen. Vom Filmangebot her könne Movietown Duderstadt mit fünf Sälen aber mit dem Göttinger Cinemaxx gleichziehen - nur mit etwas weniger Vorstellungszeiten. Der Standort mit 300 kostenlosen Parkplätzen vor der Tür sei günstig, der Kundenstamm reiche von Heiligenstadt über Walkenried bis Katlenburg-Lindau. Schon seit Erfindung von Radio, Fernsehen und Video werde das Kino totgeredet, könne sich aber auch im Digitalzeitalter gut behaupten. "Kein Serien-Streaming kann das Gemeinschaftserlebnis ersetzen" sagt Kleinecke: "Die Besucherzahlen sprechen für Duderstadt." Zunehmend gefragt seien Komfort und Event-Charakter. Dem trage das Duderstädter Kino Rechnung - mit Ladies Night, Vorpremieren, Konzerten und mehr.

Schauburg wird zwangsversteigert

An der Feilenfabrik geht es aufwärts, am Steintor ist ein vorläufiger Tiefpunkt erreicht. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex, in dem Generationen von Eichsfeldern die Plüschsessel eines der ältesten Lichtspielhäuser Deutschlands plattgedrückt haben, kommt unter den Hammer. Die Schauburg, die nach einem gescheiterten cineastischen Reanimationsversuch vor sechs Jahren in eine Indoor-Spielelandschaft umgewandelt wurde, wird zwangsversteigert. Erster Versteigerungstermin am Vollstreckungsgericht ist am 9. August um 9 Uhr im Duderstädter Amtsgericht. Das Gebäude mit einem Verkehrswert von 147000 Euro sei für 99000 Euro angeboten worden, sagt Insolvenzverwalter Daniel Goth. Es habe Interessenten, aber keinen Abschluss gegeben: "Das Verfahren ist langwierig, schwierig und verfahren. Wie es weitergeht, ist schwer absehbar."

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