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Kirche in Duderstadt kämpft mit Überalterung der Gemeinde

„Tannenbaum der Alterstruktur steht Kopf“ Kirche in Duderstadt kämpft mit Überalterung der Gemeinde

„Kinder- und Jugendarbeit ist die Zukunftsvorbereitung überhaupt und der beste Umgang mit dem demographischen Wandel“, sagt Probst Bernd Galluschke von der St. Cyriakus Gemeinde. Laut dem Internet-Statistikportal Statista betrug das Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung im Jahr 2013 45,3 Jahre.

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Quelle: EF

Duderstadt. In der Europäischen Union hatte Deutschland damit die älteste Bevölkerung, gefolgt von Italien mit einem Durchschnittsalter von 44,4 Jahren. Deutschland steht nun vor einer besonderen Herausforderung – einer Überalterung der Gesellschaft muss bundesweit begegnet werden.

„Wir haben einen Arbeitskreis mit dem Landkreis Göttingen für Vernetzung von Kommune und Pfarreien gegründet – Überschrift: Gestalten des demographischen Wandels“, sagt Galluschke, denn der Wandel sei auch in seiner Gemeinde spürbar. Ein Teil seiner Arbeit sei es, sich mit Älteren auszutauschen und verstärkt Seniorenarbeit zu betreiben. Ein anderer Teil ist die Kinder- und Jugendarbeit. „Vor 50 Jahren zog die Jugendlichen eine Art Lagerfeuer-Romantik an“, sagt der Probst, „das ist heute nicht mehr so.“ Heute seien Events, ständig Neues und Herausforderungen gefragt.

Anteil von Kindern und Jugendlichen in den Gemeinden (0-18 Jahre) | Create infographics

Der fast 19-jährige Stefan Burchard ist aktives und gestaltendes Mitglied der St. Cyriakus Gemeinde und kennt sich durch langjährige Erfahrung mit Kinder- und Jugendarbeit aus. Die jüngere Generation bekomme in seiner Gemeinde viel geboten. „Die Kirche hat immer ein offenes Ohr“, sagt er. Wenn jemand ein Problem oder eine Frage habe, werde sich Zeit genommen. Auch eine große Breite an Fortbildungsangeboten, ein Kleinkindergottesdienst, Singen im Jugendchor, Kleiderbörsen und vieles mehr wird von der Kirche geboten und stoße auf reges Interesse.

Ein Rezept, um erfolgreich gegen die mutmaßliche Überalterung vorzugehen, könne in einer stärkeren Vernetzung der Jugendgruppen der sechs Gemeinden (Duderstadt, Tiftlingerode, Westerode, Breitenberg, Gerblingerode und Mingerode) liegen. Burchard ist aktiv dabei. „Seit Kurzem findet vierteljährlich ein Treffen der Messdiener der sechs Gemeinden statt“, sagt Burchard, der seit drei Jahren Gruppenleiter der Duderstädter Messdiener ist.

Ein besonderes Ereignis, das speziell auf die Ansprüche der Jugendlichen zugeschnitten sein dürfte, ist der TV-Gottesdienst, der Anfang letzten Jahres seine Premiere feierte.

Die Kirche ist für die Ansprüche der Kinder und Jugendlichen demnach bestens gerüstet. Laut Galluschke hätten sich die Mitgliederzahlen in den Pfarreien im Untereichsfeld im Kinder und Jugendbereich seit der Jahrtausendwende nicht wesentlich verändert, wenn vom Geburtenrückgang abgesehen werde. „Der Tannenbaum der Altersstruktur steht zwar immer mehr Kopf, Jugendliche werden aber nicht aufhören, neue Impulse zu setzen und die spirituelle Vergreisung von uns älteren zu verhindern“, sagt Galluschke. Für junge Leute bleibe kirchliche Gemeinschaft wichtig.

Von Kay Weseloh

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