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Kirche sucht Käufer für Kapelle

20 Jahre ungenutztes Gotteshaus in Westerode Kirche sucht Käufer für Kapelle

Der Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde St. Servatius hat beschlossen, sich von der seit rund 20 Jahren nicht genutzten Kapelle in Westerode zu trennen. Ein geeigneter Käufer für das Gotteshaus werde gesucht, bestätigte Pastorin Christina Abel.

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Selten betritt ein Mensch den Innenraum der Kapelle in Westerode. Gottesdienste werden hier schon seit rund 20 Jahren nicht mehr gefeiert.

Quelle: NE

Westerode. Früher war sie der Ort, an dem bis zu 50 evangelische Christen den Gottesdienst gefeiert haben. Heute ist es still in der kleinen Kapelle in Westerode. Seit rund 20 Jahren steht sie ungenutzt an der Hauptstraße, nur selten betritt ein Mensch ihren Innenraum.  Dort scheint es, als sei die Zeit stehengeblieben: Sicherungskasten, Ofen und Elektroleitungen könnten zuletzt in den 1960er-Jahren erneuert worden sein. "Die Substanz ist gut", schätzt Abel den Zustand des 1901 erbauten, massiven neugotischen Gebäudes auf einem rund 200 Quadratmeter großen Grundstück ein. Dennoch sei vieles zu modernisieren, bevor das Gotteshaus wieder genutzt werden könne, so Abel. 

Pläne für Kolumbarium scheitern an rechtlichem Rahmen

Sanierung und Renovierung kosteten Geld, und der Kirchenkreis Harzer Land habe die Kapelle aus der Zuweisung für Baumittel herausgenommen, nachdem sie bereits seit Jahrzehnten ungenutzt sei. Der demografische Wandel und die Veränderungen in den Gemeinden seien der Grund für die immer geringer werdende Zahl der Gemeindeglieder, erklärt Abel. "Und heute haben wir unsere große, gemeinsame Kirche in Duderstadt." So habe sich der Kirchenvorstand nun "schweren Herzens" durchgerungen, die Kirche zum Verkauf anzubieten.

Trotz der vielen Gründe für einen Verkauf habe sich der Kirchenvorstand die Entscheidung nicht leicht gemacht, berichtet die Pastorin. Bereits seit Jahren werde darüber diskutiert, wie das Gebäude genutzt werden könne. Ein konkreter Plan sei daraus sogar entstanden: Der private Betreiber eines Kolumbariums hatte vorgeschlagen, eine Urnenbegräbnisstätte in der Kapelle einzurichten. Doch aufgrund rechtlicher Schwierigkeiten habe dieser Plan verworfen werden müssen. 

Denkmalschutz und Respekt dem Gebäude gegenüber

Nun sei die Gemeinde auf der Suche nach einem Liebhaber, der nicht nur die Denkmalschutzauflagen einhalten, sondern zudem eine vertretbare Idee für die Fortnutzung anbieten könne: "Ein Rotlichtetablissement kommt nicht in Frage", sagt Abel. Der Kirchenvorstand stehe Vorschlägen offen gegenüber - auch im Sinne der Dorfentwicklung - aber eben nur, so lange sie den Entstehungshintergrund des Gebäudes respektierten. Interessierte können sich mit Abel in Verbindung setzen. Eine Besichtigung der Kapelle soll dann ermöglicht werden. 

Der Grundstein für die Kapelle in Westerode wurde 1900 gelegt, nachdem im Ort der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus gewachsen war. Im August 1901 wurde die kleine Kirche geweiht, an jedem zweiten Sonntag diente sie als Ort für die Gottesdienste, die die Gemeindeglieder zuvor in einer Gaststätte gefeiert hatten.

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©Richter