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Kläranlage Duderstadt mit neuer Technik ausgestattet

Zwei neue Prozesswasserspeicher sollen Reinigungsleistung optimieren Kläranlage Duderstadt mit neuer Technik ausgestattet

Nicht nur das Abwasser von rund 21 000 Eichsfeldern, sondern auch viel Geld fließt immer wieder in die Duderstädter Kläranlage. Nach sechs Monaten Bauzeit haben die Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB) jetzt zwei Prozesswasserspeicher in Betrieb genommen.

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Begutachten das neue Becken: Schröder und Kuhlmann (v.l.).

Quelle: Mahnkopf

Duderstadt. Die neuen Betonbecken mit Regel- und Maschinentechnik, für die 300 000 Euro investiert wurden, sind ein weiterer Baustein, um die Reinigungsleistung zu optimieren. Sie können bis zu 300 Kubikmeter hochbelastetes Wasser mit Stickstoffverbindungen und Phosphat aus der Klärschlammverdichtung aufnehmen. „Die Prozessspeicher sorgen dafür, dass das belastete Wasser gleichmäßig und bedarfsgerecht dem Reinigungskreislauf zugeführt werden“, erläutert Wassermeister und Kläranlagenchef Nicol Schröder. Bei hohen Frachten werde die Zufuhr gedrosselt.

Die Klärschlamm-Problematik bleibt für EWB-Geschäftsführer Markus Kuhlmann und Abteilungsleiter Bernward Schütte mittelfristig die größte Herausforderung. Es werde immer schwieriger, Klärschlamm auf Felder aufzubringen und Flächen dafür zu finden, sagt Kuhlmann. Schrittweise müsse die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung bis 2025 komplett eingestellt werden. Als Alternativen nennt Schütte die thermische Verwertung in Müllverbrennungsanlagen, Zement- und Kraftwerken, als Ziel sogenannte Mono-Verbrennungsanlagen nur für Klärschlamm mit Kraft-Wärme-Kopplung: „Die bieten auch den Vorteil, Phosphor aus der Asche zurückzugewinnen.“
In jüngerer Vergangenheit haben die EWB bereits eine siebenstellige Summe ins Klärwerk gepumpt. Unter anderem wurde ein stillgelegter Faulturm reaktiviert, um aus Klärschlamm Methangas für ein Blockheizkraftwerk zu erzeugen, und die Vorklärung wurde erneuert.

Als nächster Schritt zur Optimierung der Reinigungsleistung ist eine vierte Stufe nach der mechanischen, chemischen und biologischen Abwasserklärung denkbar: Aktiv-Kohlefilter zur Elliminierung von Spurenstoffen wie Medikamentenrückstände, Hormone und Reifenabrieb. „Wir warten auf die neue EU-Richtlinie und Gesetzesverordnungen“, sagt Kuhlmann. Weitere Fragen im Wasser- und Abwasserbereich auch mit Blick auf künftige Investitionen werfe die Beteiligung der Gemeinde Katlenburg-Lindau an den EWB auf. Der Abwasserverband Raum Katlenburg unterhält ein eigenes Klärwerk zwischen Katlenburg und Elvershausen.

Wattestäbchen und Speisereste

Im Auftrag der Stadt Duderstadt betreiben die EWB die Abwasserentsorgung für die Kernstadt und acht weitere Ortsteile. An die Kläranlage sind zudem mehrere Dörfer aus dem Obereichsfeld angeschlossen. Ein Hauptsammler ist inzwischen bis Ferna verlängert, das 2016 hinzukommt. Das  Klärwerk kann täglich bis zu 12 500 Kubikmeter Abwasser aufnehmen, im Schnitt sind es täglich bis zu 4800, jährlich mehr als 1,6 Millionen Kubikmeter. Für Probleme sorgen immer wieder Fehleinleitungen – von Strumpfhosen bis zu Essensresten, von Kosmetik bis zu Sperrmüll. Speisereste lagern sich in Kanälen ab und ziehen Ratten an, Wattestäbchen rutschen durch die Siebe, Feuchttücher mit hoher Reißfestigkeit verstopfen Pumpen. Zu höherem Aufwand, Kosten und Unterhaltungsarbeiten tragen auch gefärbte WC-Geruchssteine und andere Hygieneartikel mit ihren chemischen Verbindungen bei. „Die Schere zwischen den Einleitungen und den hohen Anforderungen an Grenzwerte klafft auseinander“, sagt EWB-Chef Markus Kuhlmann: „Gedankenlosigkeit kann zu höheren Abwassergebühren führen.“ ku

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