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Klaus Rheinländer führt Eichsfelder Möbelcenter in Gieboldehausen

Im Wettbewerb mit Internet und Ikea Klaus Rheinländer führt Eichsfelder Möbelcenter in Gieboldehausen

„Weitsicht“ sei es wohl am ehesten, der ihn auszeichnete. Klaus Rheinländer, Inhaber des Eichsfelder Möbelcenters überlegt kurz, dann fügt er beinahe entschuldigend an: „Ich habe eine humanistische Bildung genossen. Altgriechisch ist als Gehirntraining großartig“, erklärt er.

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Stratege in Sachen Möbelverkauf: Klaus Rheinländer führt das Eichsfelder Möbelcenter in Gieboldehausen.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Die frühen Stationen der Vita des Mannes, der zunächst eine Klosterschule und später dann ein altsprachliches Gymnasium besuchte, sind sicher nicht die, auf die Rheinländer besonders häufig angesprochen wird.

Deutlich öfter dürfte es um Schränke und Stühle, um Tische und Betten gehen. Denn Rheinländer ist bekannt für Möbel. Geht man im Eichsfeld Möbel kaufen, geht man „zu Rheinländer“.

Und das nicht erst, seit der 68-Jährige die Geschicke des heutigen Eichsfelder Möbelcenters leitet: Seit sieben Generationen ist die Marke „Rheinländer“ am Markt, seit 1814 hat sich aus einem Tischlereibetrieb ein Möbelhaus mit heute rund 40 Mitarbeitern entwickelt.

Bestandskunden nicht überfordern

Möglicherweise wäre das alles nicht der Fall, wenn Rheinländer nicht die humanistische Bildung genossen hätte, sich seine Ausbildung stattdessen beschränkt hätte auf das, was er später machte: eine Tischlerlehre und später die Ausbildung zum Diplom-Ingenieur im Hochbau.

Ohne das analytische Denken, die scharfe Beobachtungsgabe und das breite, auch politische Interesse des Geschäftsmannes stände der Betrieb heute sicher nicht da, wo er steht: sicher neben Konkurrenten wie Internetanbietern und Ikea.

Rheinländer scheint über etwas wie einen eingebauten Radar zu verfügen, ein Männchen im Ohr, das ihm anzeigt, welche Wohntrends in Zukunft angesagt sein werden, wie sich das Einkaufsverhalten der Menschen verändert und wie er sein Geschäft darauf ausrichten soll. Zugleich achtet er darauf, Bestandskunden, die traditionell zu ihm gehen, nicht mit zu viel modernem Schnickschnack zu überfordern.

400 Euro im Jahr für Möbel

„Kaufkraftanalysen haben gezeigt, dass der Durchschnittsdeutsche rund 400 Euro im Jahr für Möbel ausgibt. Damit er die bei uns lässt, sorgen wir dafür, dass wir ihm im richtigen Augenblick präsent sind“, schildert er seine Strategie. Dazu gehöre eine konsequente Verwendung des EMC-Logos, dazu gehöre auch, regelmäßig Prospekte zu veröffentlichen, eine sehr persönliche Ansprache des Kunden und ein modernes, gefälliges Umfeld, in dem man sich präsentiere.

Und: ein Angebotskonzept. „Wir bewegen uns bewusst in der mittleren bis gehobenen Preisspanne“, erklärt Rheinländer, böten Lieferung und Montage. „Damit heben wir uns gegenüber Online-Händlern und großen Filialisten ab.“

Problematisch dabei sei, dass die Mittel, die jeder einzelne zur Verfügung habe, Jahr für Jahr abnähmen und zudem die kleinen Orte mit Abwanderung zu kämpfen hätten. „Wir müssen aufpassen, dass sich nicht alles auf die Oberzentren konzentriert“, sagt er.

„Auch 2015 werden wir kein Geld aufs Sparbuch legen“

Sein Möbelcenter habe ein sehr weites Einzugsgebiet, erklärt er, rund 260 000 Haushalte gehörten dazu. Wenn die Kunden zu ihm kämen, nähmen sie also oftmals bereits eine längere Wegstrecke auf sich. Damit sich diese lohne, sei ihm das Einkaufserlebnis wichtig, also das Angebot um das EMC herum. „Jede Schwächung am Standort Gieboldehausen bemerken alle Händler vor Ort“, glaubt er.

Daher setze er sich dafür ein, dass die Gesamtentwicklung Gieboldehausens vorangetrieben werde.

„Auch 2015 werden wir kein Geld aufs Sparbuch legen“, schildert er sein geplantes Vorgehen. „Wir werden weiter investieren“, kündigt er an. „Das bedeutet auch, dass wir uns mit der Möglichkeit der Verkaufsflächenerweiterung beschäftigen.“  

Rheinländer gehört zu den Experten, die am Donnerstag, 5. Februar, beim Forum Eichsfeld auftreten werden. Die Podiumsrunde findet auf Initiative der Sparkasse Duderstadt und des Eichsfelder Tageblattes im Foyer der Sparkasse statt.

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©Richter