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„Klingebiel‘sche Heimatstube“ zeigt Dokumentation der Massenflucht

Böseckendorf „Klingebiel‘sche Heimatstube“ zeigt Dokumentation der Massenflucht

Eine 16 Meter lange und eineinhalb Meter hohe, bedruckte LKW-Plane schmückt den Dachboden des „Eckens Hof“, des Stammhauses der Familie Klingebiel. 3435 kleine Kästchen mit Personenangaben befinden sich darauf, verzweigt über die gesamte Giebellänge des Dachbodens. Sie bilden eine bürgerliche Stammtafel der Familie Klingebiel, zusammengetragen in 40 Jahren Ahnenforschung.

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Das Ergebnis jahrelanger Ahnenforschung: Lutz Klingebiel präsentiert seine 16 Meter lange Stammtafel, die 3435 Personen zeigt.

Quelle: Richter

Böseckendorf. Verschiedene Geschichten und Hobbys zweier Männer vereinen sich auf diesem Dachboden. Georg Klingebiel, der sein Elternhaus für die Stammtafel zur Verfügung gestellt hat, floh mit seiner Familie am 2. Oktober 1961 aus der DDR in das niedersächsische Dorf Immingerode. „1989 bin ich sofort wieder zurück und sah mein Elternhaus in einem verwirtschafteten Zustand“, sagt der gebürtige Böseckendorfer, der heute in Kassel lebt. Er wollte das Haus nicht verkommen lassen und begann mit einer zehn Jahre andauernden Restaurierung. In dem 1573 erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Haus befinden sich heute Mietwohnungen. Durch die Restaurierung sei es ein modernes Haus mit mittelalterlichem Charme geworden.

 
Das Hobby von Lutz Klingebiel hingegen ist Ahnenforschung. Das Interesse am Familienwappen brachte ihn zu dieser Tätigkeit. In fast 40 Jahren trug der Erfurter aus Kirchen- und Telefonbüchern und in ständigem Kontakt mit Ahnenforschern fast 3500 Personen weltweit mit Nachnamen Klingebiel zusammen. Viele Namen seien allerdings nicht auffindbar, so auch der Vorname des „Ahnenurgroßvaters“, des Stammvaters der riesigen Ahnentafel, der vermutlich um 1520 geboren wurde.

 
„Diese Kombination aus Stammhaus und Stammtafel ist weltweit einzigartig“, sagt Lutz Klingebiel und blickt stolz auf sein Lebenswerk. Zu seinem 70. Geburtstag in der kommenden Woche hat er sich mit der Fertigstellung der Stammtafel ein schönes Geschenk gemacht.

 
Neben der bürgerlichen Stammtafel machen verschiedene Dokumentationen in Form von Plakaten - unter anderem Fluchtgeschichten von Böseckendörfern und die bildlich dargestellte Restaurierung des Stammhauses - den Dachboden zur „Klingebiel‘schen Heimatstube, einer Begegnungsstätte der besonderen Art“. Für interessierte Familien mit dem Namen Klingebiel soll die Heimatstube ein Treffpunkt werden.

Von Helena Gries

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