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Klosterfrühstück mit Themen zu verschiedenen Lebensphasen

Keine Angst vorm Altern Klosterfrühstück mit Themen zu verschiedenen Lebensphasen

 „Älterwerden ist nichts für Feiglinge“ lautete das Motto des Klosterfrühstücks im Ursulinenkloster.

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Beim Klosterfrühstück diskutieren Johanna Warsinke, Rita Reinhardt, Annemarie Hug, Brigitte Hommel und Anna-Elisabeth Becker (v. l.).

Quelle: Thiele

Duderstadt.  Angelehnt an den Buchtitel von Joachim Fuchsberger gab die Referentin Dagmar Günther-Jakubczik, Sozialpädagogin bei der Caritas, Impulse, die zum Nachdenken anregten: Was sind die Ängste beim Älterwerden? Was braucht man, wenn die Jugend vorbei ist? Was hat man noch vor?

An den Tischen der etwa 35 Frauen im Alter zwischen Mitte 50 bis Ende 80 starteten angeregte Diskussionen. Ängste gab es vor körperlichen oder geistigen  Gebrechen, aber auch vor   Umweltzerstörung oder weltweiten Kriegen. „Wir werden die Folgen nicht mehr erleben, aber wir wissen, wie schlimm das werden kann“, sagte Brigitte Hommel am Tisch der Ü-80er, die in ihrer Jugend den Krieg erlebt haben.

Gebraucht wird auch einiges. Ein materieller Rahmen sei beim Älterwerden wichtig, da die körperlichen Möglichkeiten, sich selbst zu versorgen, abnähmen. Anna-Elisabeth Becker erzählte, dass sie sich inzwischen einen Gartendienst leiste, um sich nicht mehr zu quälen. An mehreren Tischen waren sich die Frauen einig, dass auch die Pflege des sozialen Umfelds bis zu einem gewissen Grad vom Geld abhängig sei, um an Fahrten oder Theaterbesuchen  teilnehmen zu können oder einfach mal aus dem Haus zu kommen. Und auch der Kontakt zur Familie wurde betont. „Ich habe großes Glück. Ich habe noch meinen Mann, meine Kinder wohnen gleich in der Nachbarschaft, und ich sehe meine Enkelkinder aufwachsen“, beschrieb die 82-jährige Maria Beulke das Umfeld, das sie vor Einsamkeit bewahre.

Auf die Frage, was man noch vorhabe, zeigte sich, dass sich das Leben als Senior 2015  im Vergleich mit früheren Generationen stark verändert hat: Reisen, solange der Körper noch mitmacht, Yogakurse geben, sich geistig weiterbilden oder,  wie Brigitte Hommel, vom Dorf in die Stadt ziehen und dort ins Fitnesscenter gehen, waren einige Vorstellungen am Ü-80-Tisch.

„Man wächst mit jeder Phase des Lebens in die Anforderungen hinein“, sagte Günther-Jakubczik. Sie zitierte den Dichter Jörg Zink, der neben typischen Altersbeschwerden auch gewachsene Vertrautheit zu nahestehenden Personen beschrieb.

Initiatorin Sabina Mitschke freute sich über die rege Teilnahme am Klosterfrühstück. Informationen und Anmeldungen zu weiteren Veranstaltungen im Kloster sind unter Telefon 0 55 27 / 91 45 23 möglich.

Von Claudia Nachtwey

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