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Krankenhaus St. Martini in Duderstadt schafft Abteilung für Gefäßchirurgie

Duderstadt Krankenhaus St. Martini in Duderstadt schafft Abteilung für Gefäßchirurgie

Herz- und Kreislauferkrankungen sind die Volkskrankheit Nummer eins und mit rund 40 Prozent die häufigste Todesursache in Deutschland. Mit einer alternden Bevölkerung nehmen auch Durchblutungsstörungen zu. Auf die demografische und medizinische Entwicklung hat das Krankenhaus St. Martini mit Eröffnung einer neuen Abteilung reagiert, um eine wohnortnahe Versorgung gewährleisten zu können.

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Stellen die neue Station im Krankenhaus St. Martini vor: El-Tahhan, Sadek, Oberin Cárola Brun, Wiegleb und Kohlstedde (von links).

Quelle: Thiele

Duderstadt. Seit Jahresbeginn können in der Sektion für Gefäßchirurgie Bypässe von der Leiste bis zum Fuß gelegt, Schlagadern behandelt und Gefäße rekonstruiert werden.

Obwohl das Krankenhaus erst am Donnerstag an die Öffentlichkeit getreten ist, war die zuvor nicht beworbene Abteilung vom ersten Tag an gefragt und ist bereits mit einem halben Dutzend Patienten belegt. „Wir haben im vergangenen Jahr 60 niedergelassene Ärzte in der Region befragt“, sagt St.-Martini-Geschäftsführer Markus Kohlstedde: „Gefäßchirurgie stand obenan bei den Wünschen.“

Geleitet wird die neue Sektion, die der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie angegliedert ist, von Ahmad Sadek. Der Facharzt für Herz- und Gefäßchirurgie ist über berufliche Stationen in Heidelberg, Oldenburg, Göttingen und Bad Wildungen nach Duderstadt gekommen. „Wir operieren bereits jeden Tag“, sagt der promovierte 37-Jährige, der schon viele Amputationen verhindern konnte. Ihm zur Seite steht Oberarzt Abdul Maoula El-Tahhan (68). Beide wohnen in Göttingen und stammen aus syrischen Orten, aus denen seit Jahren nur noch Schreckensnachrichten kommen: El-Tahhan aus Homs, Sadek aus Aleppo.  Kohl-stedde freut sich, die beiden erfahrenen Experten für St. Martini gewonnen zu haben: „Eine derartige Fachtiefe und Vernetzung gibt es nur in wenigen gefäßchirurgischen Zentren in Deutschland.“ Chefarzt Steffen Wiegleb betont, dass auch alle anderen Abteilungen in St. Martini von dem neuen Angebot profitieren. Bei Gefäßunterbrechungen durch Frakturen sei jetzt keine Verlegung mehr nötig, nennt er nur ein Beispiel. Mit Einführung der Gefäßchirurgie, die mit dem Göttinger Universitätsklinikum als Kooperationspartner abgesprochen worden ist, wurde auch die Intensivmedizin in St. Martini verbessert. Und es gibt Überlegungen für weitere Veränderungen. „Wir verfolgen eine Langfriststrategie zur Zukunftssicherung“, sagt Kohlstedde.

Bereits 2012 hatte das Krankenhaus zwei Gefäßchirurgen an Bord geholt, die St. Martini nach kurzer Zeit aus persönlich-beruflichen Gründen aber wieder verlassen haben. Jetzt sind dort dauerhaft Verfahren vom Setzen von Stents und Shunts bis zur operativen Behandlung der das Gehirn versorgenden Gefäße zur Schlaganfallprophylaxe bei Arteriosklerose möglich. Auch Sprechstunden werden in der neuen Abteilung angeboten: dienstags von 9 bis 12 Uhr und freitags von 9 bis 11 Uhr.

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