Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Krankenhaus baut Altersmedizin aus

Bettenkapazität des Zentrums für Geriatrie wird mehr als verdoppelt Krankenhaus baut Altersmedizin aus

Mit der Gründung der Klinik für Geriatrie hat das Krankenhaus St. Martini im vergangenen Jahr ein neues Medizin-Kapitel aufgeschlagen. Jetzt wird die Kapazität des Zentrums für Altersmedizin von bisher 22 auf 50 Betten aufgestockt.

Voriger Artikel
Kugeln rollen in der Lindenallee
Nächster Artikel
Oldtimer steuern die Innenstadt an

Udo Iseke (Ärztlicher Direktor), Markus Kohlstedde und Oliver Groß (v.l.) begutachten die Umbauarbeiten im Krankenhaus.

Quelle: Oliver Thiele

Duderstadt. Die Menschen werden immer älter und leiden dabei immer häufiger gleich unter mehreren Krankheiten, der sogenannten Multimorbidität. Mit einem interdisziplinären Team, zu dem neben Ärzten auch Ergo-, Physio- und Logotherapeuten gehören, betreut Chefarzt Oliver Groß seit April 2015 im Zentrum für Geriatrie Patienten, die altersbedingt mehrere Krankheitsbilder und Beschwerden zugleich aufweisen. „Mit dem Startschuss für das Geriatrische Zentrum Eichsfeld haben wir eine Lücke im Leistungsangebot für die Menschen in unserer Heimatregion über die Landesgrenzen hinaus geschlossen und erhalten dafür großen Zuspruch“, sagt Geschäftsführer Markus Kohlstedde.

Mit dem weiteren Ausbau des Fachzentrums reagiere das Krankenhaus frühzeitig auf die sich abzeichnende demografische Entwicklung, die im Eichsfeld über die Landesgrenzen hinweg schon jetzt deutlich spürbar sei. Laut Prognosen steige die Zahl der mehr als 80 Jahre alten Menschen in der Region bis 2025 um rund 30 Prozent.

Mit dem Geriatrie-Ausbau komme man auch den Forderungen von Politik und Kostenträgern nach, die sich zur Optimierung der Versorgungsstruktur Schwerpunktbildungen leistungsfähiger Zentren wünschten, teilt Kohlstedde mit: „Hierfür sind wir mit unserem zertifizierten Endoprothekikzentrum und dem wachsenden Geriatrischen Zentrum gut aufgestellt.“ Die notwendigen Umbauarbeiten finanziere das Krankenhaus komplett aus Eigenmitteln.

In der Geriatrie geht es nicht nur um Einzelerkrankungen, sondern auch um sogenannte Komplexbehandlungen. „Unter Berücksichtigung aller Erkrankungen und Beschwerden erstellt ein multiprofessionelles Team ein individuelle Behandlungskonzept für jeden Patienten“, berichtet Groß. Das Angebot umfasst die Akutgeriatrie sowie die Frührehabilitation nach längeren Krankenhausaufenthalten, schweren Erkrankungen und Operationen. Zu den Behandlungskonzepten gehört unter anderem die sogenannte Gerontotraumatologie unter Einbezug der chirurgischen Abteilung.

„Bei älteren Patienten gibt es oft Besonderheiten, die bei der Therapie zu berücksichtigen sind“, sagt Groß und nennt als Beispiele Wechselwirkungen zwischen verordneten Medikamenten oder Probleme durch den Abbau von Muskelmasse. Wichtig sei auch die Beratung der Angehörigen, um nach dem Krankenhausaufenthalt eine möglichst optimale Versorgung zu gewährleisten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter