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Krebecker übernehmen Pflegearbeiten im Wald selbst

Haumesser, Freischneider und Motorsäge Krebecker übernehmen Pflegearbeiten im Wald selbst

156 Hektar gehören der Realgemeinde Krebeck. 150 Hektar davon sind Wald, darunter eine 140 Hektar große, zusammenhängende Waldfläche. Bei nötigen Pflegearbeiten greifen die Realgemeindemitglieder selbst zu Haumesser, Freischneider und Motorsäge. Zu den beiden letzten Einsätzen kamen jeweils mehr als 20 Helfer.

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Arbeitseinsatz im Krebecker Wald: Realgemeindemitglieder schneiden junge Bäume frei.

Quelle: Richter

Krebeck. Im Mischwald westlich des Ortes stehen überwiegend Laubbäume wie Buchen, Eichen und seit 30 Jahren auch Kirschen. Die Realgemeinde setzt aber auch auf einen steigenden Anteil von Nadelbäumen wie Fichten und Douglasien.  Bei den Arbeiten werden unter anderem Jungpflanzen freigeschnitten. „Die besten Bäume brauchen Licht zum Wachsen“, erklärt Josef Sorhage, seit einem guten Jahr Vorsitzender der Realgemeinde.  „Die nächsten Arbeiten werden wir wahrscheinlich erst wieder im Herbst vornehmen, um Wildzäune abzubauen.“

In diesem Jahr sollen 400 bis 500 Festmeter Fichten geschlagen werden. „50 Festmeter Buche, Eiche und Erle sind schon raus“, sagt Sorhage. Die Realgemeinde, die von der Landesforstverwaltung betreut wird, verkauft ihr Holz selbst, zumeist an Sägewerke in der Region wie Hedemünden oder Seeburg. Bei sehr guten Qualitäten würde sich auch eine Aktion lohnen, so Sorhage.

Vor einigen Jahren hatte die Realgemeinde 35 Hektar Wald dazugekauft. Bevor es Überschüsse gibt, die an die Mitglieder verteilt werden können, muss erst einmal der Kredit abbezahlt werden. „Brennholz verkaufen wir an Mitglieder und Nichtmitglieder zum selben Preis“, sagt Sorhage. 300 Raummeter Brennholz werden verkauft. Nachfrage und Preise sind auch hier gestiegen. Käufer können am Boden liegendes Holz auch selbst aufarbeiten. Fällen dürfen nur von der Realgemeinde beauftragte Forstarbeiter. „Das ist sonst zu gefährlich“, sagt Sorhage.

Naturverjüngung und Nadelholz

Holzklau beobachtet der gebürtige Krebecker nicht. Sorgen bereitet den Mitgliedern  hingegen Verbiss durch Wild. Schutzzäune und Schutzhüllen, insbesondere für Eichen, sollen Abhilfe schaffen.  Auch diese Arbeiten übernehmen die Mitglieder selbst. Im nächsten Jahr wird auch eine Eigenjagd eingerichtet. Mit 140 Hektar Reviergröße ist das möglich.

Die Realgemeinde setzt auf Naturverjüngung und auch auf einen höheren Anteil an Nadelholz. „Die Douglasie benötigt weniger Wasser“, sagt der Vorsitzende. „Wir wissen alle nicht, wie sich der Klimawandel auswirken wird.“ Die Realgemeinde denke auch an kommende Generationen. Falls eine Baumart nicht wachse, könne eine andere einen Ausgleich bewirken.

Der Realgemeinde Krebeck gehören 54 Mitglieder an. Ein Anteil kann nur an eine Person mit Grundbesitz im Dorf verkauft werden. Zu den Pflichten eines Realgemeindemitgliedes gehört auch zwei Tage Arbeitseinsatz. Ein finanzieller Ausgleich statt Handarbeit ist möglich.

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©Richter