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Kritik an Verkauf von Festplatz in Gieboldehausen

„Man kann nicht zwei Herren dienen“ Kritik an Verkauf von Festplatz in Gieboldehausen

Der Niedersachsenhof soll an Tobias Borchard oder einen anderen Gastronomen veräußert werden, der benachbarte Festplatz für den Bau eines Rewe-Marktes an die Part AG. Diesen Grundsatzbeschluss hatte der Rat im Dezember getroffen und Gemeindedirektor Georg Moneke mit Verkaufsgesprächen beauftragt.

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Der Niedersachsenhof Giebildehausen soll an Tobias Borchard oder einen anderen Gastronomen veräußert werden.

Gieboldehausen. „Die Verhandlungen mit Borchard und der Part AG laufen“, bestätigt Moneke.

Es gebe noch  Probleme mit dem Flächenzuschnitt und der Parkplatz-Verteilung, die gelöst werden müssten, räumt der Gemeindedirektor ein, rechnet aber noch in diesem Monat mit einer Einigung, der ein Vertragsentwurf folgen soll.

Zu dem emotional behafteten Thema haben sich auch noch einmal ehemalige Ratspolitiker zu Wort gemeldet und den Verkauf des Festplatzes massiv kritisiert. „Eine knappe Mehrheit im Rat will diesen Platz seiner bisherigen Nutzung entziehen und an einen sogenannten Investor verkaufen, der darauf einen Markt bauen will, um die einzige noch im eigentlichen Flecken östlich der Umgehungsstraße verbliebene Einkaufsstelle zu schließen“, schreibt Heinrich Bode (SPD), der von 1952 bis 2001 kommunalpolitisch tätig war:

„Der Rat folgt den Einflüsterungen eines Marktbetreibers.“ Vielen Bürgern, die sich den weiteren Weg mit gefährlicher Überquerung der Bundesstraße nicht mehr zutrauten, werde ihre Selbständigkeit genommen. Bode erinnert daran, dass die politische Gemeinde Festplatz und Schützenhaus bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von der Realgemeinde gekauft habe.

Neuer Festplatz schwer zu finden

In die gleiche Kerbe wie Bode schlagen die ehemaligen Gieboldehäuser Bürgermeister Reinhard Grobecker und Norbert Leineweber (beide CDU). „Der historisch gewachsene Festplatz mit seiner Infrastruktur wird viel zu leichtfertig aufgegeben“, meint Grobecker und bezweifelt, dass eine ausreichende Zahl an Parkplätzen für Markt und Hotelrestaurant möglich sei: „Man kann nicht zwei Herren dienen, dem Niedersachsenhof wird die Lebensader wegrasiert.“

Leineweber begrüßt den Verkauf des Niedersachsenhofes an einen Gastronomen, sieht aber noch viele Probleme für den Rewe-Bau. Abgesehen davon sei der Festplatz nicht einfach nur ein Platz, sondern ein kulturelles Zentrum. Ein neuer Festplatz werde heute nicht mehr so einfach genehmigt – schon gar nicht im Schlosspark.

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©Richter