Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Lang lebe König Rock'n'Roll

Duderstädter Kultursommer Lang lebe König Rock'n'Roll

Den King, die Kinks und den "Ritter der Königin", Cliff Richard, haben Hillbilly-Schmitt & The Bluehoonboys am Sonnabend auf nur eine Bühne gebracht. Sie huldigten während der ersten Sonderveranstaltung im 22. Duderstädter Kultursommer den Helden des Rock'n'Roll. Die Zuhörer amüsierten sich königlich

Voriger Artikel
Kranz weht über dem Jugendraum
Nächster Artikel
Landschaft und Geschichte erkunden
Quelle: NE

Duderstadt. Mit geschlossenen Augen hätte man sich am Sonnabendabend ganz wunderbar vorstellen können, zwei Menschen säßen in einem Cadillac, sie im Petticoat, er mit Pomade im Haar. Dazu die Musik ihrer Zeit aus dem Radio. Doch: die Augen geschlossen halten im Rathaushof? Verschwendung. Denn dann wäre nicht das rübergekommen, was Hillbilly-Schmitt-Frontmann Christian Schmidt als "launige, lauschige, Location" bezeichnete. Niemand hätte die mitwippenden, klatschenden und ("You are always on my mind") mitsingenden 300 Menschen im ausverkauften Rathaushof bemerkt. Außerdem wären weder die nierenförmige Leuchtreklame noch die Tütenlampen oder die Herren in weißen Sakkos auf der Bühne zur Geltung gekommen.

Also Augen und vor allem Ohren auf für "den geilsten Elvis-Imitator im Eichsfeld". Als diesen bezeichnete Bandkollege Willi Funke Schmidt. Der wiederum stellte Funke lachend als das jüngstes Mitglied der Band vor. Rein altersmäßig ist das Quatsch, aber tatsächlich ist Funke zuletzt zur Band gestoßen. Auch für die übrigen Bandmitglieder hatte Schmidt schmückende Beinamen mitgebracht: Matthias Koch nannte er den "Gitarrengott aus der Haberstraße", Tom Dyba den "Sympathisanten aus Göttingen", Markus Hinzmann den "Kapellmeister". Kein Wunder, dass bei der Vorstellung Schmidt sanft das Wort "Frontsau" im Hintergrund fiel.
Die dürfte aber durchaus liebevoll gemeint gewesen sein. Mit elvis-eskem Gesang, sauber, aber nicht klinisch gespieltem Instrumentarium und einer Songauswahl, die direkt von der für die Erinnerung zuständigen Hirnareal in die Beine ging, kamen die Musiker vom ersten Stück an beim Publikum an: "Do you wanna Dance", heizten sie gleich zu Beginn ein und legten Elvis, Roy Orbison, die Shadows, die Kinks und Tom Jones obendrauf - und das Publikum tanzte. Gerald Werner, Kulturprokurist der LNS-Gesellschaft hatte eingangs eine der "coolsten Truppen, die Duderstadt und das Eichsfeld zu bieten haben", versprochen. Das sah das Publikum offenbar ähnlich - und feierte die Band, den Rock'n'Roll - und die Tatsache, dass es nur ein ganz klein wenig regnete.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter