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Kundgebung mit Propst und Poesie

Syrische Musiker treten vor Rathaus auf Kundgebung mit Propst und Poesie

Musiker aus Syrien und Duderstadt haben am Sonntag die Kundgebung des Duderstädter „Bündnisses gegen Rechts“ begleitet. Mehr als 180 Teilnehmer laut Angaben der Veranstalter beklatschten am Rathaus die Redebeiträge von Propst Bernd Galluschke und Belit Onay (Grüne, MdL).

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Tragen Lieder aus Syrien vor: Suhel Shamun, Mohammed Haykal und Nawras Dyab (v. l.).

Quelle: Pintschak

Duderstadt. Mit Musik und Gedichten von syrischen Geflüchteten, Redner Belit Onay und Propst Galluschke.

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Es sei ambivalent gesehen worden, nicht auf die Kundgebung des rechtspopulistischen „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ am Mittwoch reagiert zu haben, sagte Viktor Wesselak: „Wir wollten aber nicht über die Stöckchen springen, die man uns hinhält.“ Für  nächsten Sonntag plant das Bündnis gemeinsam mit Anwohnern eine Kundgebung mit Straßenfestcharakter am Westerturm. Zugleich soll gegen die vom „Freundeskreis“ angekündigte Großdemonstration am Sonnabend in Bad Lauterberg mobil gemacht werden.

„Wir werden in den nächsten Monaten 500 Flüchtlinge zugewiesen bekommen und freuen uns darauf“, sagte Galluschke, der als Caritas-Repräsentant und Dechant, „vor allem aber als Christ“ am Rathaus sprach. Und eine Beleidigung aufgriff, die eine Mitarbeiterin beim „Freundeskreis“-Treffen zu hören bekam: „Ich bin gerne Schlampe der Caritas.“ Galluschke würdigte die ungebrochen große Hilfsbereitschaft im Eichsfeld und rief zu weiteren Integrationsanstrengungen auf: „Die Flüchtlinge müssen viel lernen. Wir auch.“ Den Ängsten der Menschen, die anfällig für rechtspopulistische Parolen seien, müsse

man entgegentreten. „Auch Abraham und Jesus waren Flüchtlinge“, betonte Galluschke und überraschte mit der indischen Namaste-Geste „Ich ehre das Göttliche in dir“.
Das erste Mal auf dem Weg von Günterode nach Duderstadt geprobt haben die Syrer Mohammed Haykal, Nawras Dyab und Suhel Shamun, die am Rathaus Lieder aus ihrer Heimat sangen.

Der in Syrien sehr populäre Aleppo-Song, in dem es um die Hoffnung auf Wiederaufbau und Neuanfang nach dem Krieg geht, gehörte ebenso zu ihrem Vortrag wie zwei Gedichte eines syrischen und eines kurdischen Lyrikers, die in Deutschland leben: „Angst“ und „Beethoven und die Kurden“. Angst mussten sie in Günterode bislang nicht haben, sagt Haykal. Sie hätten keine Probleme in dem Ort bei Heiligenstadt. Dort traf sich am Sonntag wieder der „Freundeskreis“.

Von einem guten Tag für Syrien sprach Onay. Neben der Freude über die zerbrechliche Waffenruhe hätten Fernsehbilder auch das Ausmaß der Zerstörung gezeigt, sagte der 35-jährige Landtagsabgeordnete mit türkischen Wurzeln. Bei den Flüchtlingen gebe es einen Push- und keinen Pulleffekt. Sie würden vertrieben und nicht vom schönen Leben hier angezogen. Die schweigende Mehrheit dürfe rechtsradikale Brandstifter nicht gewähren lassen: „Wir müssen den Anfängen wehren.“

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©Richter