Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Kundgebungsreigen fortgesetzt

Bündnis und „Freundeskreis“ Kundgebungsreigen fortgesetzt

Rund 120 Anhänger des „Bündnisses gegen Rechts - Duderstadt bleibt bunt“ haben laut Polizeiangaben am Sonntag vor dem Duderstädter Rathaus gegen die Kundgebung des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ demonstriert. Am Westerturm, wo sich der „Freundeskreis“ traf, zählte die Polizei 45 Teilnehmer.

Voriger Artikel
Fördermittel für Hallenbad beantragt
Nächster Artikel
Werner will Stadtmarketing erweitern

120 Anhänger des „Bündnis gegen Rechts“ demonstrieren vor dem Duderstädter Rathaus.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. Die Veranstaltung vor dem Rathaus begann mit einer leichten Spitze in Richtung  Stadt. Hans-Georg Schwedhelm (Grüne) merkte kritisch an, dass keine offiziellen Vertreter der Stadt an der Gegendemonstration teilnahmen. Für die NPD dürfe es keinen Platz in Duderstadt geben. Eine Erklärung des Ortsbürgermeisters  von Güntersen, Norbert Hasselmann (Grüne), verlas Marion Höckelmann vom Bündnis. An der nächsten Kundgebung wolle auch eine Delegation aus Güntersen teilnehmen.


Hauptredner Karl-Heinz Hausmann (SPD) sprach den Duderstädtern Mut zu. Vor einigen Jahren seien auch im Landkreis Osterode Rechtsradikale mit Demonstrationen präsent gewesen. „Wir haben sie mit Gegendemonstrationen bekämpft“, so Hausmann. Auch für die versuchten Attentate auf Asylbewerberheime fand er klare Worte: „Das darf nicht sein.“ Noch klarer formulierte es Max Moser vom Bündnis. „Duderstadt aufwachen, die Nazis sind schon da“, warnte Moser eindringlich.

 
Am von Mannschaftswagen der Polizei abgeriegelten Westerturm sammelten sich wieder Anhänger des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ vor den Flaggen beider Bundesländer und einem Transparent „Asylflut stoppen! - Das Eichsfeld wehrt sich“. Als Redner trat ein Göttinger BWL-Student auf, der inzwischen die Treffen in Duderstadt als Versammlungsleiter anmeldet. Zwischen dem Abspielen der Nationalhymne zum Auftakt und Ende der Kundgebung sowie Verlesen der behördlichen Auflagen übte der Redner Kritik an Merkels Politik, die Deutschland in Europa isoliere. Die Resolution des Duderstädter Rates gegen Rechts bezeichnete er als „Schmarrn“. Es werde Stimmung gegen Menschen gemacht, die friedlich ihren Protest äußern würden.

 
Zentrales Anliegen des „Freundeskreises“ sei es, den Protest gegen die Asylpolitik und die „Masseneinwanderung“ auf die Straßen zu tragen. Zusätzlich zu vielen anderen Krisen ziehe die „Asylkrise Probleme nach sich, die uns in wenigen Monaten um die Ohren fliegen werden.“ Die Grenzen müssten wieder gesichert, Krisenländer stabilisiert werden. Auch die ideologischen Gräben in der Bevölkerung, die Geldwertstabilität und die demografische Entwicklung, die der Redner auch auf die gesellschaftspolitische „Aushöhlung des Familienbildes“ zurückführte, waren Themen beim „Freundeskreis“.

 

Von Finn Lieske und Kuno Mahnkopf

Besorgte Bürger

Musikalische Unterstützung bei der Gegendemo in Lindau.

Quelle: HS

Etwa 60 Anhänger des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ haben sich nach Polizeiangaben am Sonntag auf dem Marienplatz in Lindau zu ihrem „Freiheitlichen Bürgertreff“ eingefunden. 400 Meter entfernt auf dem Marktplatz trafen sich, so die Veranstalter von „Bunt statt braun“, etwa 140 Bürger zur Gegenkundgebung.

 
„Wir sind hier die wahren besorgten Bürger“, sagte Sprecher Ingo Redecker in Richtung des „Freundeskreises“ und der AfD. Es sei ein Problem, dass diese Lügengeschichten erzählten und zugleich das System unterwanderten. „Lasst euch nicht unterkriegen“, forderte Redecker seine Zuhörer auf. Lindau solle Flagge zeigen, damit dieses „Pack“ verschwinde: „Lindau ist bunt und nicht braun.“ Wegen des demokratischen Rechts auf Demonstration des „Freundeskreises“ sei es um so wichtiger, Gesicht zu zeigen, so Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). „Diese Leute entlarven sich zurzeit bundespolitisch und auf regionaler Ebene, das sollte auch langsam der Letzte merken.“

 
Ein Stück die Straße hinunter übte der Redner des „Freundeskreises“ Kritik am Verhalten des Staates. „Die Staatsführung hat die Kontrolle verloren.“ Dies hätten die Verantwortlichen inzwischen auch selbst zugegeben. Bezug nahm der Redner, ein Finanz- und Versicherungsmakler aus Friedland, dabei vor allem zu den von Flüchtlingen begangenen Diebstählen. „Die Herrschaften benehmen sich wie die Axt im Walde“, kommentierte er. Bleibe die Situation, wie sie ist, würden sich die Konflikte auf die Straße verlagern. Anarchie werde die Folge sein. Hinterher dürfe niemand sagen, er habe nichts gewusst.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter