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Laienspielgruppe der Kolpingsfamilie Bilshausen präsentiert turbulenten Dreiakter

Schöne Bescherung Laienspielgruppe der Kolpingsfamilie Bilshausen präsentiert turbulenten Dreiakter

Die Uhren in der Rhumegemeinde Bilshausen ticken anders: Als sich im Saal des Gasthauses Zum Löwen der Vorhang öffnet, werden die Zuschauer in die Weihnachtszeit versetzt. Doch was dann folgt, ist alles andere als besinnlich.

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Irrungen und Wirrungen nach einer Zechtour: Im Wohnzimmer der Familie Maier hängt am Heiligabend der Haussegen schief.

Quelle: Schauenberg

Bilshausen. Die Laienspielgruppe der Kolpingsfamilie Bilshausen bringt an vier Abenden eine humorvolle und turbulente Inszenierung von Bernd Gombolds Dreiakter „Ach, du Fröhliche!“ auf die Bühne. Urkomische Dialoge, überraschende Wendungen und ein bestens disponiertes Ensemble sind Zutaten für kurzweiliges Boulevardtheater, bei dem sich die Zuschauer mit ihren menschlichen Schwächen wiederfinden.

Es ist fast wie im richtigen Leben: Bei Familie Maier hängt am Heiligabend der Haussegen schief. Und das aus einem feucht-fröhlichen Grund. Vater Anton, herrlich mitgenommen dargestellt von Rainer Engelhardt, und Sohn Markus, flapsig-frech verkörpert von Daniel Zöpfgen, haben bei der Weihnachtsfeier des Sportvereins mehr als nur einen über den Durst getrunken. Mit schwerem Kopf und Erinnerungslücken an die Ereignisse der durchzechten Nacht werden sie wach. Gattin und Mutter Rita, die Theres Woop souverän als resolute und willensstarke Persönlichkeit zeigt, erlebt einen Alptraum: Der Göttergatte hat vergessen, einen Weihnachtsbaum zu besorgen, und auch die Weihnachtsgans ist noch nicht vorbereitet. Emotionen kochen hoch, Vorwürfe werden laut: Schöne Bescherung.

 

Spielleiter Karl-Friedrich Kreis

Quelle: Schauenberg

 

Trunkenbolde und schwatzhafte Nachbarn

Hiltrud Bomball sorgt in ihrer höchst unterhaltsam ausgefüllten Rolle als schwatzhafte und neugierige Nachbarin für zusätzliche Unruhe im Haus. Sie erzählt von einem schweren Verkehrsunfall und nächtlichem Sägen und Graben. Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass die Trunkenbolde etwas damit zu tun haben. Mitten ins Chaos platzen Antons Schwager Karl-Otto und seine Ehefrau Agathe Edelstein, die von einem Einbruch in ihr Juweliergeschäft berichten. Tobias Bürmann und Silvia Nitsche machen mit einer schauspielerischen Höchstleistung deutlich, wer in dieser Ehe die Hosen an hat. Dynamisch und immer wieder erzürnt schlüpft Matthias Heinemann in die Rolle des Nachbarn Theo, dessen Weißtanne abgesägt worden ist. Martha ist sicher, hierbei Anton und Markus beobachtet zu haben. Und tatsächlich: Die Tanne befindet sich im Haus der Maiers und muss immer wieder versteckt werden, wenn Theo kommt.

Leiche im Keller entpuppt sich als Reh

Licht ins Dunkle bringt  Jacqueline Diederich, die mit spitzbübischem Charme die Freundin von Markus spielt. Der angeblich schreckliche Crash stellt sich als Wildunfall heraus, eine vermeintliche Leiche, die im Plastiksack im Keller liegt, entpuppt sich als überfahrenes Reh, der Einbruch im Juweliergeschäft war der nächtliche „Einkauf“ durch die angetrunkenen Männer. Und der Baum in Nachbars Garten ist von Theo selbst gefällt worden, der ebenfalls bei der Zechtour dabei war.

Nachdem sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hat, belohnt lang anhaltender Beifall die Akteure für ihre überzeugenden Auftritte. Textsicher, authentisch und mit großer Spielfreude bewegen sie sich im Bühnenbild von Hans-Joachim Wiedersich. Vor der Aufführung hatte Spielleiter Karl-Friedrich Kreis angekündigt, dass alle Darsteller „das absolut Beste“ geben wollen. Er sollte Recht behalten.

Von Axel Artmann

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