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Land weist Überschwemmungsgebiete aus

Ingenieure vermessen Gewässer Land weist Überschwemmungsgebiete aus

Ingenieure sind in nächster Zeit im Untereichsfeld zur Vermessung von Gewässern unterwegs. Entlang der Hahle sowie der Nebengewässer Suhle, Nathe und Sandwasser werden natürliche Überschwemmungsgebiete ermittelt, um sie anschließend amtlich festzulegen. Das bedeutet, dass in diesen Gebieten nicht mehr gebaut werden sollte, bauliche Anlagen nicht mehr ohne Genehmigung geändert werden können und auch das Umbrechen von Grünland sowie Anpflanzungen ohne Zustimmung der Behörden nicht mehr möglich sind.

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Gieboldehausens Süden: Ein Jahrhunderthochwasser würde Flächen an Hahle (links, nahe B 247) und Suhle (Bildmitte) überfluten.

Quelle: Christof Mischke

Bei der Ausweisung von Überschwemmungsgebieten gelte der Grundsatz, dass in den amtlichen Verordnungskarten nur abgebildet werde, was sich in der Natur ohnehin darstelle, betont die zuständige Behörde, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). „Oder anders ausgedrückt: Überschwemmungsgebiete werden bei Hochwasser immer überschwemmt – auch ohne staatliche Ausweisung“, verdeutlicht Herma Heyken, Pressesprecherin der Nordener Behörde. Die amtliche Festsetzung biete jedoch den Vorteil, dass Schäden von vornherein vermieden oder minimiert werden könnten – durch eine Einschränkung der Baumaßnahmen oder eine Änderung der Nutzung in den betroffenen Gebieten.

Ausgewiesen werden Flächen, die bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser überflutet würden. „Das ist ein statistischer Wert. Wir wissen auch nicht, wann diese 100 Jahre zu Ende sind“, macht Heyken deutlich, dass bei der flächenmäßigen Abgrenzung des Überschwemmungsgebietes (der so genannten HQ100-Linie) nicht in die Vergangenheit geblickt, sondern ingenieurwissenschaftliche Methoden angewendet werden.
Mit Ermittlung der HQ100-Linie sind betroffene Flächen per Landesverordnung vorläufig ausgewiesen. Für die endgültige Festlegung führt der Landkreis Göttingen dann als untere Wasserbehörde ein förmliches Verfahren durch. In diesem Rahmen wird auch die Öffentlichkeit beteiligt.

„Natürlich kann man sich gegen die Berechnungen wehren, und das passiert auch“, weiß Heyken. Einwände müssten jedoch Hand und Fuß haben, denn die Berechnungen ihrer Behörde seien zuverlässig, erklärt sie selbstsicher. Als Beispiel führt sie eine Kommune an, die gegen die NLWKN-Festlegung protestiert und dann ein Hochwasser in den prognostizierten Grenzen erlebt habe. „Da hat uns die Natur bei der Beweisführung geholfen“, so die Behördensprecherin. Die Beschwerden seien zurückgezogen worden.

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