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Landrat Reuterin der Samtgemeinde Gieboldehausen

Flüchtlingsfrage im Fokus Landrat Reuterin der Samtgemeinde Gieboldehausen

Die vierte Station auf der Sommertour von Landrat Bernhard Reuter (SPD) war die Samtgemeinde Gieboldehausen. Fast alle der zehn Ortsbürgermeister der Samtgemeinde stellten Fragen zu Finanzierungszuschüssen, Ansiedlung von Einzelhandel, aber vor allem zur Flüchtlingsproblematik.

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Vom Landkreis gefördert: Reuter (2.v.l.) besichtigt die neue Brücke über die Aue in Germershausen.

Quelle: Schauenberg

Gieboldehausen. Nicht nur die bloße Unterbringung von Flüchtlingen stand zur Debatte, sondern auch die Integration derer, die Anspruch auf Asyl bekämen.

„Unser Ziel,  nämlich  eine dezentrale Unterbringung an integrierten Standorten mit ausreichender Infrastruktur, werden wir anhand der Flüchtlingszahlen nicht beibehalten können“, sprach Reuter klare Worte. Friedland brauche sofort eine deutliche Entlastung. Im Landkreis werde vielerorts nach weiteren Möglichkeiten zur Unterbringung gesucht.

Samtgemeindebürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) forderte eine zeitnahe Information von Seiten des Landkreises, um auch die Bevölkerung darauf vorbereiten zu können, wo und wie Flüchtlinge untergebracht werden. Dabei betonte sie eine große Bereitschaft der Bürger, zu helfen und sich ehrenamtlich einzubringen. Aber die Bürger müssten sich auf die Situation einstellen können.

Kreistagsabgeordnete Sigrid Jacobi (CDU) ergänzte diese Forderung mit dem Argument, durch eine Koordination der Integration Ängste in der Bevölkerung abzubauen. „Jeder ist gefragt, viele wollen helfen, aber die wenigsten wissen, an wen sie sich wenden sollen“, sagte sie.

Je eher die Bevölkerung mit einbezogen würde, desto weniger Raum würde es für Vorurteile geben. Es würden bereits haltlose Gerüchte von Flüchtlingszuweisungen an Privathaushalte „wie im Krieg“ kursieren. Alle Beteiligten waren sich einig: Keinesfalls wünsche man sich eine Situation wie in Heidenau.

Doch auch das Thema Abschiebung müsse neu diskutiert werden, meinte Reuter. Deutschland habe das liberalste Asylrecht in ganz Europa, könne aber nicht alle Probleme der Welt auffangen. Der Landrat setze sich auch bei entsprechenden  Instanzen dafür ein, zu enge bürokratische Strukturen zu lockern.  Das betreffe beispielsweise auch die Nutzungsbestimmungen von Gebäuden oder eine zusätzliche Stationierung von Rettungsdiensten.

Beim Thema Integration seien allerdings die Kommunen eher handlungsfähig als die große Politik: „Gerade im ländlichen Raum bestehen noch Netzwerke über Nachbarschaftshilfe, Vereine und Ehrenamt. Da kann eine Eingliederung viel effektiver stattfinden.“ Dornieden plant für den Herbst Gespräche an einem runden Tisch mit verschiedenen Gremien, um genau diese „Stärken des Eichsfelds“ zu bündeln.

Ein weiteres Thema war die Ansiedlung von Einzelhandel, da die Einkommensteuerrückläufe in der Samtgemeinde bei zehn Prozent lägen. Reuter besuchte zudem das Arboretum in Rüdershausen, das Dorfgemeinschaftshaus in Wollershausen und zwei neue Brücken in Germershausen, die allesamt über das Förderprogramm LunILar (Landkreis unterstützt Investitionen im ländlichen Raum) mitfinanziert wurden.

Von Claudia Nachtwey

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