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Landtagsabgeordnete Hamburg diskutiert mit Bündnis

Duderstadt bleibt bunt Landtagsabgeordnete Hamburg diskutiert mit Bündnis

„Demokraten dürfen sich nicht spalten lassen“, hat Julia Willie Hamburg auf einer Podiumsdiskussion des Bündnisses „Duderstadt bleibt bunt“ gefordert. Mitglieder des Bündnisses trafen sich mit der Grünen-Landtagsabgeordneten in der Kreisvolkshochschule in Duderstadt

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Grünen-Landtagsabgeordnete Julia Willie Hamburg.

Quelle: Müller

Duderstadt. Probleme seien komplexer und vielschichtiger als es die Parolen von Rechten suggerierten. Sätze wie „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“ unterstellten, dass man eben nicht mehr alles sagen dürfe. Diesem Vorgehen sollten sich demokratische Gruppen und Parteien entgegenstellen. „Bündnisse funktionieren immer dann, wenn man sich nicht fragt, wer bessere Demokrat ist“, so die Landtagsabgeordnete.

Toleranz und Miteinander

Insofern sei „Duderstadt bleibt bunt“ ein gelungenes Beispiel, da hier auch Teile der CDU partizipierten: „Das ist leider nicht überall so.“ Pegida und AfD hätten eine Politik wieder salonfähig gemacht, die lange Zeit in Deutschland undenkbar gewesen sei. Verglichen mit den 1990er-Jahren, als „haufenweise Menschen auf der Straße waren und für Demokratie stritten, wo Menschen für Frieden stritten und für Toleranz und ein Miteinander, um diesen Nazi-Entwicklungen etwas entgegen zu setzen“, sei es heute einzelnes, großartiges Engagement, jedoch keine Protestsituation.

Rechte fühlten sich durch eine vermeintlich schweigende Mehrheit legitimiert, sodass einzelne meinten, im Namen des Volkes bestimmte Sachen zu äußern oder Straftaten zu begehen.

Keine Grenzen mehr

Neu sei das Phänomen der Entgrenzung. Die rund zehn Prozent der AfD zeigten „ein Maß an Akzeptanz, den dieser Diskurs plötzlich bringt“. Viele dieser Diskurse könnten nicht mehr eins zu eins Nazis oder der extremen Rechten zugeschrieben werden - was wiederum bedeute, dass die Rechten selbst radikaler würden: „Wer ist Nazi oder wer ist besorgter Bürger, wer äußert legitime Meinungen oder eine Angst. Wem muss man widersprechen und wen muss man vielleicht einbinden.“

Vor Nazis warnte Hamburg jedoch, denn die würden oftmals keine Grenzen mehr im Umgang mit anderen kennen. Dagegen helfe, eine breite Gegenöffentlichkeit in Feuerwehren, Schulen und Turnvereinen herzustellen und Bürger gegen Begrifflichkeiten wie „Flüchtlingsflut“ zu sensibilisieren.

Dass sich das Auftreten des rechtspopulistischen Freundeskreises „Thüringen/ Niedersachsen“ in Duderstadt erledigt habe, glaubt Hamburg nicht: „Die werden wieder kommen und sich organisieren. Es gibt keinen Mangel an Nazis.“

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©Richter