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Landvolk im Eichsfeld weist Minister-Kritik an Tierhaltung zurück

Landwirtschaft als „Spielraum“ für grünen Minister Landvolk im Eichsfeld weist Minister-Kritik an Tierhaltung zurück

Der neue grüne Landwirtschaftsminister in Hannover, Christian  Meyer, und das Landvolk auch im Eichsfeld werden sich nach wie vor nicht grün. Insbesondere mit seiner Kritik an konventioneller Tierhaltung fühlen sich die Bauern zu Unrecht an den „Pranger“ gestellt.

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Achim Hübner (links), Hubert Kellner

Quelle: EF

Breitenberg. Kritik an Meyer und dem Agieren des Landwirtschaftsministeriums gab es deshalb bei der Bezirksversammlung des Landvolkverbandes am Montagabend in Breitenberg reichlich.

Es habe zwar Gespräche zwischen Landvolk und Meyer gegeben, berichtete Kreislandvolkvorsitzender Hubert Kellner, aber es komme ihm so vor, als ob der Minister immer noch im Wahlkampf sei. Bei den Grünen gebe es offenbar nur ein Thema, gesundes Essen, beklagte sich der Desingeröder Landwirt.

„Die Bauern machen uns alle krank, das kann es nicht sein.“ Auch die CDU nehme den Ball auf einmal auf, so Kellner.  Es werde so getan, „als ob ich nur in den Stall gehe, um mal wieder meine Tiere zu quälen“, beklagte der Landvolkvorsitzende. Es scheine so zu sein, merkte Kellner in Richtung SPD an, dass Ministerpräsident Stephan Weil den Grünen dieses Feld als „Spielraum“ lasse.  „Tobt euch da aus.“

Auch bei der schließlich gekippten Raumordnung habe Minister Meyer „kräftig Gegenwind“ bekommen und sei zurückgepfiffen worden.  In der Bilanz des Erntejahres konnten die Landwirte gerade auch im Eichsfeld sehr gute Erträge einfahren, sogar mit Rekordwerten bei Zuckerrüben. Allerdings habe im September bei Feuchtigkeit gedroschen werden müssen, sagte Kellner.

Exportausrichtung ist nicht alles

„Bei manchen lagen die Nerven blank.“ Bei weltweit guten Ernten seien die Preise nach unten gegangen. Das läge nicht nur am Boykott durch Russland, das 750 000 Tonnen deutsches Schweinefleisch im Jahr abgenommen habe. Deutschland sei auf dem Weltmarkt gut aufgestellt, mit 3000 Wurstsorten  und auch bei Käse, sagte Kellner. „Wenn Aldi eine Filiale in Moskau aufmacht, nimmt es verlässliche deutsche Produkte mit.“

Exportausrichtung sei aber nicht alles, mahnte Kellner. Regionalität bleibe bislang nur eine Nische. Auch im Landkreis gebe es Angebote, „aber viele Regionalvermarkter sind wieder von der Fahne gegangen“.  In Deutschland würden eben nur Schinken und Kotelettstränge gegessen, der Rest gehe in andere Länder, merkte Kellner zur Verbrauchernachfrage an. „Auch ein im Eichsfeld gemästetes Schwein tritt so die Reise um die Welt an.“

Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner wies auf das laufende Verfahren zur Sicherung des FFH-Schutzgebietes Seeanger, Retlake, Suhletal hin. Land und Landkreis setzten jetzt auf Naturschutzgebiete als Sicherung und nicht mehr auf das mildere Mittel Landschaftsschutz wie beim ersten FFH-Gebiet Dransfeld-Hedemünden. Der Verband werde mit der Landwirtschaftskammer bis 27. März eine Stellungnahme abgeben. Der Gieboldehäuser     Bezirksvorsitzende Markus Gerhardy warb dafür, in Gemeinden, Kirche und Verbänden vor Ort als Landwirte präsent zu sein. „Allein von Göttingen aus wird es nicht gehen.“

Eine Bezirksversammlung des Landvolks für Gleichen und Radolfshausen beginnt am Mittwoch, 28. Januar, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Die Gleichen in Gelliehausen. Zum Kreislandvolktag am Dienstag, 24. Februar, um 9.45 Uhr in Landolfshausen will Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kommen.
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©Richter