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Lange Wachstumsperiode setzt Bäumen und Pflanzen extrem zu

Gelbbraun statt rot Lange Wachstumsperiode setzt Bäumen und Pflanzen extrem zu

Buchsbäume treiben aus, an den Hortensien-Büschen zeigen sich kleine, frische Blätter und Rosen setzen Knospen an. Trotzdem wirken sowohl Freiland- als auch Kübelpflanzen schlapp, Farb- und kraftlos. Nach einem verfrühten Frühling setzt jetzt ein extrem langer Spätsommer mit Temperaturen tageweise bis weit über die 20 Grad der Pflanzenwelt ordentlich zu.

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Von grün zu gelb-braun: Der Bresslersche Schlitz-Ahorn ist sonst um diese Zeit flammend rot, das „Brennen“ hat er übersprungen.

Quelle: Thiele

Eichsfeld. „Mit Folgen, die nicht absehbar sind“, sagt Landschaftsgärtner Jürgen Bressler aus Teistungen, „viele Pflanzen schieben eine Nachblüte, Bäume stehen voll im Saft.

Wenn jetzt Frost kommt, werden die meisten das nicht überleben“. Im normalen Wetterverlauf, so der gebürtige Duderstädter, der mit seinem Betrieb nach der Wende mangels geeigneter Gewerbeflächen in seinem Heimatort mit seinem Landschafts- und Gartenbaubetrieb nach Teistungen umgesiedelt ist, würden Kübelpflanzen  spätestens ab Ende August nicht mehr gedüngt, um Nachblüten zu vermeiden, Freilandpflanzen führen ihre Saftströme kontinuierlich runter.

„Das ist ja der natürliche Kälteschutz. Weil die Pflanze immer weniger Feuchtigkeit in die Blätter leitet, verfärben diese sich im Herbst und  werden abgeworfen. So kann sie bei Frost nicht vertrocknen“, so Bressler. In diesem Jahr fehle der Schutz. Wenn dann ein normaler Winter mit Frost komme, „dann erfrieren die frischen Triebe, dann geht so einiges kaputt“.

Bei kleineren Kübelpflanzen könne man die mageren Jungtriebe abschneiden, in der freien Natur sei das kaum möglich, genauso, wie das Einpacken zum Schutz vor Kälte.

Sie haben Knospen ausgebildet

Ein Indiz dafür, dass der pflanzeneigene Frostschutz nicht ausgebildet werde, sei die  in der gesamten Region wenig ausgeprägte Herbstfärbung der Blätter. „Kein wirklicher Indian Summer“, so Bressler, der die Entwicklung auch an seinem Grünen Schlitzahorn beobachtet habe. Normalerweise verfärbe der sich im Herbst flammend rot, er „brenne“. In diesem Jahr habe die Pflanze das Rot einfach übersprungen, sei von grün auf gelb und danach zügig auf braun gewechselt.

Seine Frau Monika betrachtet besonders auch ihre Kübel-Rosen (Foto) auf der Terrasse mit Sorge. „Sie haben Knospen ausgebildet, die aber nicht aufgehen, weil die Pflanze an sich völlig entkräftet ist. Die Sorten mit nur einer Blüte pro Saison haben eine zweite Blüte nachgeschoben. Auch unseren Buxbäumen sieht man an, sie können einfach nicht mehr.“

Die Wachstumsperiode, so Monika Bressler, sei in diesem Jahr einfach viel zu lang, die Erde dementsprechend ausgelaugt.

Um wenigstens Kübelpflanzen das Überwintern zu erleichtern und das ein oder andere Exemplar zu retten, empfiehlt der Gärtnermeister, die Töpfe gut in Luftpolster-Folie zu hüllen und diese in eine windgeschützte Ecke zu bringen: „Damit sie von der Kälte dann nicht voll erwischt werden.“ An frostfreien Tagen sollten die Pflanzen außerdem einen Schuss Wasser bekommen.

„Alles ist restlos durcheinander“, zieht Bressler Bilanz. Ein Vorfall im heimischen Garten unterstreiche das: „Vor zwei Wochen ist ein Vogeljunges aus einem Baum auf unsere Terrasse gefallen, winzig klein und ohne Federkleid. Solch eine Brut habe ich noch nie beobachtet.“

Nach einem verfrühten Frühling setzt jetzt ein extrem langer Spätsommer mit Temperaturen tageweise bis weit über die 20 Grad der Pflanzenwelt ordentlich zu. © Thiele

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