Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Lange wehrt sich gegen Vorwürfe

Grünland zu Ackerland Lange wehrt sich gegen Vorwürfe

Der Regionalbeauftragte für den Naturschutz in der Samtgemeinde Gieboldehausen, Franz-Josef Lange, wehrt sich gegen Vorwürfe seitens des Landvolkes Göttingen, die Renaturierung bringe Landwirten wirtschaftliche Nachteile.

Voriger Artikel
Lange Wachstumsperiode setzt Bäumen und Pflanzen extrem zu
Nächster Artikel
Eichsfelder feiern Fest der Einheit

Franz-Josef Lange

Quelle: Thiele

Gieboldehausen. „Landwirte trauern um jeden nicht genutzten Quadratmeter Boden, und sehen darin  den wirtschaftlichen Niedergang ihrer Bewirtschaftungsbasis“, kommentiert er einen Tageblatt-Bericht, in dem ein Landwirt mit Unterstützung des Geschäftsführers des Landvolks, Achim Hübner, seine Situation schildert.

Umgekehrt sei es vermutlich so, dass das Rapsfeld, das exemplarisch abgebildet wurde, „früher bestimmt einmal Grünland“ gewesen sei, das  zu Ackerland umgebrochen wurde. „Das ist aus Sicht des Naturschutzes traurig, aber wurde akzeptiert“.

Das Risiko bei Hochwasser und stauender Nässe trage dabei aber weiterhin der Landwirt. „Und er sollte sich darüber nicht beschweren“, so Lange. „Das Brachland neben dem Rapsfeld war schon immer sogenannter Grenzertragsboden mit nur geringem Nutzen für die Landwirtschaft, das zeigt uns schon der Flurname Die große Wiese und In der faulen Breite“.

Für die parallel laufende landwirtschaftliche Nutzung habe die Ausweisung als Naturschutzgebiet „partout keine Beeinträchtigung“ mit sich gebracht.

Die Kultursteppe macht sich breit

„Es ist ein offenes Geheimnis, das viele der noch verbliebenen Landwirte sich ganz offensichtlich ihre vermeintlichen Verluste durch den Landschafts- und Naturschutz zurückholen, indem sie fast durchweg unbestraft Wegraine und Gewässerrandstreifen überpflügen und damit Land nutzen, das ihnen nicht gehört“, kontert Lange. Dafür ständen ihnen dann auch noch staatliche Subvention für bearbeitete Ackerflächen zu.

„Es geht mir  ja eigentlich nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine pragmatische Diskussion, die zu einer für beide Seiten tragbaren Situation führen soll“, fügt Lange hinzu. Der aktuelle Fall solle dazu als Anlass für offene Gespräche aller Beteiligten dienen, die „eine gesunde, naturnahe Umwelt mit einer verantwortungsvollen Kultur- und Landwirtwirtschaft“ in Einklang bringen könnten.

„Nur unsere Topografie hilft uns, dass es im Rhume- und Ellertal  landschaftlich noch so natürlich und erholsam aussieht“, mahnt Lange. „Kaum kommen wir in die Goldene Mark Richtung Seeburger See, ist es aus mit den vielen Hecken, Knicks und Gehölzinseln“, erklärt Lange. „Die Kultursteppe macht sich breit, und ein Baum übernimmt die Alibifunktion von verloren gegangener Vielfalt.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter