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Das Pfarrhaus und das "Toilettenproblem"

Langenhagen Das Pfarrhaus und das "Toilettenproblem"

Innerhalb mehrerer Wochen haben Ehrenamtliche das Pfarrhaus in Langenhagen wieder auf Vordermann gebracht. „Tolles bürgerschaftliches Engagement“, lobte jetzt Ortsbürgermeister Lothar Koch (CDU) und dankte den Helfern.

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Brochthausen. 10000 Euro Mittel habe die katholische Kirche nach längerem Zögern bereitgestellt, 1500 Euro wurden sogleich als Behebung eines Wasserschadens fällig. „Mit den 8500 Euro haben wir die ganze unterste Etage top hergestellt“, sagte Koch, „darauf bin ich stolz, dass wir bewiesen haben, dass das Haus uns was wert ist.“ 2016 hatte der Kirchgemeinderat der Seelsorgeeinheit beschlossen, das Pfarrhaus in Langenhagen aufgrund hoher Unterhaltskosten entweder abzureißen oder zu vermieten. Der Landtagsabgeordnete zeigte sich verärgert darüber, dass es in jedem der sechs Kirchorte eine Versammlungsmöglichkeit gebe. Den angedachten Abriss habe er nicht nachvollziehen können.

Viel Eigenleistung

„Dann haben wir aber nicht nur gefordert, das Pfarrhaus zu erhalten“, so Koch, „sondern auch gefragt, was können wir selbst tun, um es in eine sichere Zukunft zu führen." Die Situation sei nicht einfach gewesen. Denn als politisches Gremium könne der Ortsrat nichts dazu sagen, andererseits, so Koch, sei es für das Ortsbild insgesamt wichtig gewesen, das Ensemble mit Kirche und Pfarrhaus zu behalten. Im vorigen Februar wies der Ortsrat Brochthausen/Langenhagen zudem auf die „Toilettenproblematik“ an der Kirche hin. Die Kirchenvertreter planten – nach einem Abriss des Pfarrhauses– alternativ die Toiletten des Dorfgemeinschaftshauses in Langenhagen mitnutzen zu können. Das aber lehnte wiederum der Ortsrat einstimmig ab, auch auf Empfehlung von Duderstadts Stadtbaurat Jürgen Germerott. Für den öffentlichen Bürgerraum habe es auch Mittel der Europäischen Union gegeben, durch eine vorher nicht abgesprochene Mischnutzung könne auf den Ortsrat Brochthausen/Langenhagen schlimmstenfalls Regressansprüche zukommen. „Das können wir nicht leisten“, bedauerte Koch. Dies teilte dann auch die Stadtverwaltung der Pfarrei St. Sebastian in Rhumspringe mit. „Wenn man hier wie in Tiftlingerode zu einer gemischten Nutzung kommt, ist das natürlich eine andere Situation“, so Koch.

Behindertengerechte Toilette

Im April 2016 wurde dem Ortsrat dann mitgeteilt, dass ein Abriss nicht mehr beabsichtigt sei, erläuterte Koch, der mit Pfarrer Markus Grabowski das Thema mehrfach besprochen hatte. Zwischenzeitlich war auch angedacht worden, die obere Etage zu einer Wohnung auszubauen. Für sein Engagement dankte Ortsbürgermeister Koch stellvertretend Godehard Gatzemeier, der sich im Kirchengemeinderat für den Erhalt eingesetzt habe. Mit den knappen Mitteln „haben die unten alles total neu in Schuss gebracht“, so Koch, „sogar mit behindertengerechter Toilette.“ Mit wenigen Mitteln und viel Eigenleistung sei hier tolles für die Gemeinschaft geschaffen worden, lobte Koch und fügte mit einem Augenzwinkern zu: „Und kein Dixie-Klo wird an der Kirche nötig sein.“ Gm

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