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Lauterbach und Oppermann bei Diskussionsveranstaltung in Duderstadt

Pflege in Zeiten veränderter Vorzeichen Lauterbach und Oppermann bei Diskussionsveranstaltung in Duderstadt

Immer weniger Menschen mit einer immer höheren Lebenserwartung – und immer weniger Pflegepersonal. Vor dieser Herausforderung steht die Gesellschaft zukünftig.

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Quelle: Richter

Duderstadt. Wie die Politik mit der zweiten Stufe der Pflegereform darauf reagiert, haben am Montag die Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann und Karl Lauterbach (SPD) in Duderstadt skizziert.

Dabei handele es sich um ein Gesetz, das Auswirkungen beinahe bis in jede Familie hat, auch im Eichsfeld, machte Matthias Schenke anhand von lokalen Beispielen zum Bevölkerungsrückgang deutlich. Der Vorsitzendes des SPD-Ortsvereins führte in die Diskussion ein, die die Bundestagsabgeordneten sowie Schwester Anna Schenck, Caritas, und Doris Glahn, Leiterin des Patienten-Service-Zentrums am Klinikum Kassel und SPD-Ratsfrau, auch mit dem Publikum führten. Wenn im Eichsfeld auch häufig noch stabile familiären Verhältnisse herrschten und ein gutes Pflegeangebot gegeben sei, sei es Zeit, sich auf Veränderungen einzustellen, so Schenke.

Dafür setzte sich auch Oppermann ein, der auf den neuen Stellenwert der Pflegedienstleistung abhob. Die Pflegeberufe müssten hinsichtlich des Images und des Entgelts besser gestellt werden, forderte er. Zudem machte er deutlich, was leitmotivisch über dem neuen Pflegegesetz stehe: „Wir wollen, dass jeder Mensch in Würde alt werden kann.“

Die Grundzüge der Pflegerorm referierte Lauterbach. Er machte deutlich, dass in der Umorganisation, nicht in der Finanzierung die Herausforderung bestehe. Zum einen gelte es, das Gesundheitssystem auf die höhere Wahrscheinlichkeit von Pflegebedürftigkeit einzustellen. Bessere Behandlungsmethoden von Krankheiten, die früher zum Tode geführt hätten, brächten diesen Bedarf mit sich.

Im bisherigen System seien Demenz und psychische Erkrankungen kaum berücksichtigt worden, dies habe sich nun geändert. Damit sei dem höheren Risiko, an Demenz zu erkranken, Rechnung getragen worden. Statt bisher drei Pflegestufen würden mit Inkrafttreten der Reform fünf Pflegegrade angelegt. Ein Punktesystem, das Mobilität, kognitive Fähigkeiten, psychische Problemlagen, Versorgungsgrad, krankheitsbedingte Anforderungen sowie soziale Kontakte und Alltagsgestaltung betrachte, erlaube eine präzisere Einstufung. Um mehr Gerechtigkeit herzustellen, sei festgelegt worden, den Eigenanteil zu vereinheitlichen und privat Pflegende besser abzusichern.

Doch nicht allein der Gesetzgeber könne etwas tun, auch jeder einzelne, sagte Lauterbach: Er rief zu einer konsequenten Behandlung des Bluthochdrucks als Maßnahme, das Demenzrisiko zu senken, auf. Zudem sei Übergewicht in der mittleren Lebensphase zu vermeiden, auch wenn Diabetes keine Rolle spiele. Regelmäßige Bewegung sei ebenso ein Faktor zur Risikominimierung wie die „resolute Behandlung von Depressionen“.

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