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Lautstark gegen Polemik am Ehrenmal

160 Bürger demonstrieren gegen Freundeskreis Thüringen /Niedersachsen Lautstark gegen Polemik am Ehrenmal

Am Sonntag haben sich rund 160 Teilnehmer in der Duderstädter Obertorstraße eingefunden, um mit Trillerpfeifen, Tröten und sogar einem Dudelsack gegen die als „freiheitlicher Bürgertreff“ angekündigte Versammlung des Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen am Duderstädter Ehrenmal zu protestieren.

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Lars Steinke von der Jungen Alternative spricht vor dem Ehrenmal in Duderstadt unter anderem von einem Werteverfall in Deutschland in den vergangenen 70 Jahren.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt.. Aufgerufen zur Gegendemonstration hatten Grüne, SPD und die Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger (WDB). Kurz vor Beginn erklärte Hans-Georg Schwedhelm (Bündnis 90 / Die Grünen): „Wir setzen Aufgeklärtheit gegen die Dumpfheit.“ Dann forderte er die Teilnehmer auf, sich lautstark bemerkbar zu machen, um die Versammlung am Ehrenmal zu übertönen.

Die rund 60 versammelten Mitglieder des Freundeskreises waren darauf vorbereitet und hatte eine Mikrofonanlage aufgebaut, um bei der eigenen Veranstaltung Gehör zu finden. In den Redebeiträgen wurde unter anderem gegen eine Vermischung der Völker polemisiert und vor dem „islamischen Monster“ gewarnt. Außerdem prangerte der Junge Alternative Lars Steinke an, dass Deutschland seit 70 Jahren einen Werteverfall erlebe: „Seit 70 Jahren haben wir das Problem, dass wir nicht mehr stolz sein dürfen.“ Er mahnte, dass Deutschland „untergehe wie das Römische Reich“, das auch durch eine Völkerwanderung zerstört worden sei. Der demografische Wandel sei eine Katastrophe, „wenn wir nicht mehr sein dürfen, wer wir sind.“ Doch bis zu den Gegendemonstranten drangen die rechtsorientierten Parolen nicht durch. Zu laut waren die mitgebrachten Instrumente.

Eine in der Flüchtlingshilfe engagierte Bürgerin aus Ebergötzen freute sich über die erneut hohe Beteiligung: „Wir sind hier Bürger aus Duderstadt und dem ganzen Eichsfeld. Wir sind mehr als in der vergangenen Woche und alle Generationen sind vertreten.“

Die Veranstaltung blieb weitestgehend friedlich. Die Polizei nahm eine Person vermutlich aus der linken Szene wegen Widerstandes gegen einen Beamten fest und erteilte einer weiteren einen Platzverweis. Darüber hinaus warfen Personen, die laut Polizeiangaben nicht zum Teilnehmerfeld der Gegendemonstration gehörten, drei Böller vom Wall. Dabei wurden zwei Frauen leicht verletzt.

In der kommenden Woche geht es weiter: Während der Freundeskreis ankündigte, sich das gesamte kommende Jahr zu versammeln, erinnerte Schwedhelm die Gegendemonstranten, dass sie am nächsten Sonntag wieder einen Termin in der Obertorstraße haben.

Von Rüdiger Franke und Gunnar Müller

Dieser Artikel wurde korrigiert.

Fotos: Schauenberg

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