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Alltag eines Schäfers in einer Stunde

Leistungshüten auf Gut Herbigshagen Alltag eines Schäfers in einer Stunde

Beim Leistungshüten des Landesverbandes Niedersachsen der Arbeitsgemeinschaft zur Zucht altdeutscher Hütehunde (AAH) bei der Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen mussten die Teilnehmer innerhalb einer Stunde alle Aufgaben des Hüteralltags absolvieren.

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Quelle: Richter

Duderstadt. „Wir verbinden mit dieser Veranstaltung zum einen unser Freundschaftshüten mit dem Landesverband Nordrhein-Westfalen und zum anderen unserer Qualifikation für das Bundesleistungshüten“, erklärte Susanne Zander, Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen. Wegen mehrerer Absagen waren diesmal nur vier Hüter, jeweils zwei aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am Start. „Unser Freundschaftshüten mit Nordrhein-Westfalen hat eine lange Tradition“, so Zander. Mit dem Freundschaftshüten möchte die AAH zum einen den Berufsstand der Schäfer vorstellen und zum anderen auch die altdeutschen Hütehunde.

Beim Leistungshüten wird zum einen die Leistung des Hüters und zum anderen die der beiden Hunde, dem Haupt- und dem Begleithund, bewertet. „Unsere Herde, die uns Bernd Bodmann zur Verfügung stellt, besteht aus 250 bis 350 Tieren“, berichtete Zander. Beim Hüter werde insbesondere darauf geachtet, wie er die Herde durch den Verkehr treibt und wie es ihm gelingt die Tiere sowohl auf kleinem als auch großen Gelände zu hüten. Beim Haupthund wird vor allem auf Selbstständigkeit geachtet. „Denn gerade bei einer großen Fläche kann es sein, dass der Schäfer nicht mitbekommt, was am anderen Ende passiert. Und dann muss es dem Hund allein gelingen die Herde im Griff zu haben“, so Zander. Die Leistung wurde von drei Leistungsrichtern bewertet. „Hier unterstützen wir uns innerhalb der elf Landesverbände gegenseitig“, sagte Zander.

„Es ist schön, dass Interessierte die Gelegenheit nutzen, vorbeizukommen“, sagte die Verbandsvorsitzende. Denn die altdeutschen Hütehunde könnten sich auch für Privatpersonen eignen, da sie robust langlebig und klug seien. „Doch man muss dabei auch die Anlagen des Hundes beachten. Und wofür sie eigentlich ausgebildet werden“, so die Vorsitzende. Außerdem könne dadurch auch gezeigt werden, welchen Beitrag Schafe auch zum Naturschutz, zum Beispiel mit der Deichpflege, leisten. „Für die Schäfer ergibt sich jetzt allerdings ein Spannungsfeld mit dem Wolf. Denn einem Schäfer werden nur tote Tiere ersetzt. Für Verletzungen der Schafe, die der Wolf verursacht hat, muss der Schäfer selbst aufkommen“, erklärte Zander. Dies könne, wenn ein Wolf die Herde eines Schäfers mehrfach heimsucht auch schnell zu einem finanziellen Problem für den betroffenen Schäfer werden. „Deshalb muss es in diesem Bereich noch Lösungen geben, die auch wirklich fair sind. Denn wenn es keine Schäfer und Schafe mehr gibt, geht auch ein Teil unserer kulturellen Identität verloren“, erläuterte Zander. Außerdem gebe es, wenn keine Schäfer mehr da wären, auch die altdeutschen Hütehunde nicht mehr, denn sie seien speziell zur Arbeit an der Herde ausgebildet worden.

Zum Abschluss des Leistungshüten zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fand nicht nur die Siegerehrung statt, sondern zuvor wurde noch einmal jeder Hütedurchgang besprochen. Das Freundschaftshüten und den Wanderpokal des Schäfers Martin Winz gewann Mathias Koch. Für Niedersachsen qualifizierte sich Simone Müller für das Bundesleistungshüten in Hessen. ve

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