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Leitender Notfallseelsorger kümmert sich auch um das Eichsfeld

Horst Reinecke Leitender Notfallseelsorger kümmert sich auch um das Eichsfeld

Ein schwerer Unfall, der Tod einer nahe stehenden Person oder die Erfahrung von Gewalt lassen das Leben von Menschen aus den Fugen geraten. Dann ist ein Notfallseelsorger gefragt. Deren Einsatz koordiniert der Osteroder Pastor Horst Reinecke (54) im evangelischen Kirchenkreis Harzer Land.

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Horst Reineke

Quelle: EF

Osterode. Die Betroffenen stehen neben sich. Alles erscheint ihnen wie im Traum. Sie schreien, weinen oder sind wie versteinert. Ihre Wahrnehmung ist eingeschränkt, die Konzentrationsfähigkeit schwach. „Solche Menschen benötigen erste Hilfe für die Seele“, sagt Reinecke. Das könnten Notärzte und Rettungsdienstmitarbeiter, Feuerwehrleute und Polizisten neben ihren anderen Aufgaben nicht ausreichend leisten.

 
Zehn ausgebildete Helfer umfasst Reineckes Team. Im Wechsel leisten die Ehrenamtlichen 24-stündige Bereitschaftsdienste. Die Sicherheitsjacke mit der violetten Weste des Notfallseelsorgers, Helm und feste Schuhe liegen dann bereit. Ein Rucksack mit der notwendigen Ausstattung ist gepackt. Ein Funkgerät sorgt dafür, dass die Helfer an Einsatzorten die Kommunikation der Rettungsdienste mitverfolgen können. Um Kinder zu trösten, haben sie einen Teddy dabei. Taschentücher gehören ebenfalls zur Grundausstattung.

 
So warten die Notfallseelsorger auf den Anruf der Leitstelle oder der Polizei. 2013 mussten sie 41 Einsätze absolvieren. 2014 waren es 26 Notrufe. Bei Suiziden und plötzlichen Todesfällen begleiten sie Polizisten zu Angehörigen, denen die Nachricht zu überbringen ist. Zudem bieten sie nach Verkehrsunfällen oder Bränden ihre Unterstützung an.

 
„Unsere Aufgabe ist es, unaufdringlich da sein“, erklärt Reinecke. Notfallseelsorger müssten mit den starken Gefühlsschwankungen der Betroffenen umgehen können. Sie sollten Ruhe schaffen, Sicherheit geben und Orientierung ermöglichen. Oft gehe es darum, grausame Bilder zu verändern. Die Helfer zündeten dann eine Kerze an, sprächen ein Gebet oder segneten Tote aus.

 
„So kommen die Betroffenen aus ihrem Schockzustand heraus“, erläutert der Pastor. Der Trauerprozess werde eingeleitet. Wenn die Betroffenen anfingen, selbst Dinge zu organisieren, etwa Angehörige oder Freunde zu benachrichtigen oder den Bestatter anzurufen, sei die Arbeit des Notfallseelsorgers getan. mic

 

Von Michael Caspar

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