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Lichtbilder überführen Angeklagte

Amtsgericht Duderstadt verurteilt 55-Jährige wegen Urkundenfälschung Lichtbilder überführen Angeklagte

Richter Michael Pietzek hat am Donnerstag am Amtsgericht Duderstadt eine 55-jährige Angeklagte wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit versuchtem Betrug verurteilt. Für das Gericht bestand kein Zweifel, dass sie an sieben Terminen insgesamt 11 000 Euro vom Sparbuch ihrer Mutter abgehoben hatte.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. „Die Lichtbilder sind eindeutig“, verwies Pietzek in seiner Erklärung darauf, dass die Angeklagte an zwei der sieben Termine auf Fotos der Überwachungsanlage des Finanzinstitutes zu erkennen sei.

Ohne die Bilder wäre die Aufklärung erheblich schwieriger gewesen, sagte der Richter. So aber hätte das Gericht keine Zweifel, dass die Beschuldigte alle sieben Taten begangen und dabei mit dem Namen der Mutter unterzeichnet habe. Während Anwalt Olaf Wiesemann auf Freispruch plädierte, sah die Staatsanwaltschaft die Tat als erwiesen an und forderte eine Strafe von 250 Tagessätzen zu je 40 Euro, begründet mit den Tatbeständen Urkundenfälschung und Betrug, wobei ab dem zweiten Mal eine Gewerbsmäßigkeit vorgelegen habe. Berücksichtigt wurden die verminderte Schuldfähigkeit der Angeklagten, die ein Gutachter im Zeugenstand bestätigt hatte, und der Fakt, dass das Finanzinstitut 8000 Euro zurückgezahlt hatte.

Die verminderte Schuldfähigkeit nach Paragraf 21 des Strafgesetzbuches und die Sparkassenrückzahlung nannte auch der Richter als strafmindernde Gründe. Darüber hinaus sah das Gericht nur einen versuchten Betrug. Dazu trage die Besonderheit Sparbuch bei. So könne jeder Geld abheben, der das Buch am Schalter vorlege, auch wenn er nicht der Eigentümer sei - aber nur bis zu einer maximalen Summe von 2000 Euro pro Monat. Deshalb hätten die Bankmitarbeiter der Angeklagten schon am zweiten Tattermin nur noch 1000 statt 1500 Euro auszahlen dürfen und im gesamten Tatzeitraum eine maximale Summe von 4000 Euro. Auch eine Gewerbsmäßigkeit schloss das Gericht aus. Nach Abwägung aller Beweise verkündete Richter Pietzek das Urteil mit 180 Tagessätzen zu je 40 Euro.

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