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Lindes wunderbare Reise mit den Kranichen

Fotokalender Lindes wunderbare Reise mit den Kranichen

Wie schon im Jahr davor war der Bösinghäuser Carsten Linde wieder in den entlegensten Winkeln Europas auf Fotopirsch und hat jetzt einen Jahreskalender für 2011 mit einzigartigen Aufnahmen herausgebracht.

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Aufbruch vom Schlafplatz im fahlen Morgenlicht: Im äußersten Südwesten Frankreichs ist diese Kranich-Aufnahme mit Spiegeleffekt gelungen.

Quelle: Linde

Nicht regt sich um ihn her, nur Schwärme/Von Kranichen begleiten ihn,/Die fernhin nach des Südens Wärme,/In graulichtem Geschwader ziehn. Die Zeilen aus Schillers bekanntem Gedicht „Die Kraniche des Ibykus“ könnten auch auf Carsten Linde zutreffen. Was Nils Holgersson die Wildgänse waren, sind dem 66-Jährigen die Kraniche. Ihren Weckruf hat er schon als Kind vernommen. Seitdem faszinierte ihn die Aussicht, die eindrucksvollen, von der Lufthansa zum Logo erhobenen Vögel am Boden und aus der Nähe zu sehen. Bis er sich diesen Kindheitstraum, der durch den Umzug nach Dortmund erst einmal jäh beendet wurde, erfüllen konnte, vergingen allerdings Jahrzehnte.

Wie „elektrisiert“ war Linde dann, als er bei Ebergötzen zum ersten Mal wieder die Rufe der Kraniche hörte. Linde wurde ehrenamtlicher Kranichranger für das Informationszentrum Groß Mohrdorf in Mecklenburg-Vorpommern. Dort begann der Hobby-Ornithologe vor einigen Jahren, Kraniche zu fotografieren. Vor zwei Jahren weitete der ehemalige Grundschulleiter seine Kreise aus: „Durch Regen, Schnee und Sonnenschein bin ich mittlerweile den Kranichen durch halb Europa gefolgt, um sie zu beobachten und sie in ihren Winterquartieren sowie an ihren Schlaf- und Tanzplätzen zu fotografieren.“
Die Aufnahmen des neuen Kalenders sind alle zwischen Dezember 2009 und April 2010 entstanden. Im Wohnmobil ging es im Dezember nach Frankreich – begleitet von seiner Frau Rosi, Anfang Februar mit dem Flugzeug nach Spanien, Ende März wieder mit dem Wohnmobil nach Schweden. Dort musste Linde vier Tage warten, bis die ersten Kraniche kamen: Es gab einen Zugstau in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, wegen des kalten Winters flogen die Tiere nicht über die Ostsee.

Ab 4.30 Uhr war Linde in Schweden auf Achse, um pünktlich bis 5.30 Uhr unbemerkt in seinem Versteck zu sein, wo er bis 20.30 Uhr bei Minusgraden auf Foto-Ansitz ausharrte: „Die Kraniche kommen nur dicht heran, wenn sie sich sicher fühlen.“ Gebracht und geholt wurde er von schwedischen Kranich-Rangern, die akribisch auf die Einhaltung der Naturschutz-Vorschriften achten. „Es gibt drei Jahre Versteckverbot, wenn das Kameraobjektiv nur wenige Zentimeter herausragt“, berichtet er.
Beeindruckt war Linde auch von den lichten Stein- und Korkeichenwäldern in Spaniens Extremadura an der Grenze zu Portugal. Im Winter sammeln die Kraniche dort die spitzen Steineicheln auf und hacken in Sekundenschnelle den proteinreichen Kern heraus.

Im Oktober werden die Kraniche wieder über das Eichsfeld ziehen und zu Gast in Lindes Heimat sein, wenn ihr Zug in die Winterquartiere beginnt. Einen ersten Trupp – vermutlich Junggesellen – hat er bereits Ende August gesichtet, so früh wie noch nie.

Der Kalender „Kraniche 2011“ ist in der Tageblatt-Geschäftsstelle in Duderstadt, Spiegelbrücke 11, erhältlich. Am Sonntag, 19. September, um 11 Uhr wird im Rathaus der Samtgemeinde Radolfshausen in Ebergötzen eine Ausstellung Lindes mit großformatigen Kranichfotos eröffnet, die bis 27. Oktober gezeigt wird.

Von Kuno Mahnkopf

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