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Lokomotive Eichsfeld pokert hoch in Bernshausen

Das Spiel im Hinterzimmer Lokomotive Eichsfeld pokert hoch in Bernshausen

In 24 Pokerfaces hat jüngst geblickt, wer den Gastraum des Syrtaki in Bernshausen betrat. Dort hat der Verein Lokomotive Eichsfeld ein Pokerturnier ausgerichtet. Nur zum Spaß – aber mit hohem Suchtfaktor.
Der Dealer (Kartengeber) ist ein Netter. Christian erledigt seine Arbeit auf dem Tisch. Fünf gucken zu.

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Ein „Pokerface“ aufsetzen hieß, möglichst gelangweilt zu gucken um den Mitspielern nicht das eigene Blatt zu verraten.

Quelle: Müller

Bernshausen. Zwischendurch fragt die Bedienung im Hinterzimmer des griechischen Restaurants nach Getränken. Christian hat sich verletzt, am Finger. Nichts dramatisches, aber die Karten, die er jetzt reihum verteilt, musste er mischen, wie Kinder das tun: Alle auf einem Haufen, mit beiden Händen auf dem Tisch kreisen und zum Schluss stapeln.

 
Pokernacht mit der Lokomotive Eichsfeld, einem etwas anderen Geselligkeits- und Sportverein. 24 junge Erwachsene, vier Tische, ein Raum und jede Menge Chips und Karten. Begonnen hatte der Abend – Ordnung muss sein – mit einer Einführung von Frederik Schröter. Glückspiel, wie eben jenes Pokern, könne süchtig machen. Und ja, angemeldet beim Ordnungsamt sei es auch.

 
Dann setzen sich alle an ihre Plätze. Der Dealer gibt, der Spieler links von ihm eröffnet mit einem „Small Blind“, der nächste verdoppelt „Big Blind“. „Blind“ bedeutet: Angesehen haben sich die Spieler ihr Blatt bis dato nicht. Eine Bieterrunde ist rum, zögernd greifen einige nach ihren beiden Karten, heben sie nur Zentimeter vom Tisch hoch. Blick nach links, nach rechts, reflektiert die Fensterscheibe im Hintergrund das Blatt? Sie bieten wieder, andere setzen aus („Check“), wieder andere steigen völlig aus der Runde, werfen ihre Karten von sich.

 
Nebenbei läuft der Countdown von Schröter, den sie hier Freddy nennen. Alle 20 Minuten steigt der Mindesteinsatz. So wollen die Bernshäuser verhindern, dass das Spiel ewig dauere. Auch so spielten in den vergangenen Jahren die Lokeraner mitunter fünf oder sechs Stunden, bis weit nach Mitternacht. Da endet aber auch die Gemeinsamkeit mit den Pokernächten bei Stefan Raab im TV. Die Eichsfelder ziehen nicht ihre Kapuzenshirts übers Gesicht, setzen keine Sonnenbrillen auf, haben keine offenkundigen Siegespläne. „Du sitzt genau richtig an unserem Tisch, um das zu lernen“, sagt Verena süffisant. Hieß es aber auch an jedem anderen Tisch. Spaß ja, Profipoker nein. Die Geselligkeit steht bei den jungen Erwachsenen im Vordergrund: „Das ist ein reines Jux-Turnier.“

 
Völlig alte Schule, von wegen alles nur noch Online-Spiele. Die Stapel vor jedem Spieler ändern sich nach jeder Runde, scheint einer kurz davor, rauszufliegen, heimst er in der nächsten Runde den Pott mit den Einsätzen in der Mitte des Tisches ein, breitet die Arme nach vorne und zieht alle Chips freudestrahlend zu sich. „Flush“, „Straße“ oder einfach „Ohh“ hallen durch den Raum. Der Sieger des Vorvorjahres war im vergangenen Jahr der erste, der flog.

 
Nach und nach, je höher die Einsätze werden, lichten sich auch Chips und Plätze. Aber wer blank ist, geht nicht nach Hause: So sitzen am Ende des Abends die meisten im vorderen Raum und spielen Schwimmen. An der Theke. Kartenspiele machen wohl doch süchtig. gm

 

Kombinationen sammeln
Pokern ist ein Glücksspiel mit bis zu 52 Karten, das in unterschiedlichen Varianten mit verdeckten oder zum Teil aufgedeckten Karten gespielt wird. Dabei versuchen die Spieler möglichst hohe Kombinationen zu sammeln. Die höchste ist der „Royal Flush“ – As, König, Dame, Bube und Zehn in einer Farbe. Weitere mögliche Kombinationen: Straßen, fünf Karten in einer Farbe („Flush“) sowie die Sammlung mehrerer Karten eines Wertes.
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©Richter