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Lothar Koch (CDU) kritisiert Rolle Niedersachsens

Wanka im Grenzlandmuseum Lothar Koch (CDU) kritisiert Rolle Niedersachsens

Ihren Besuch in Duderstadt hat Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) mit einem Abstecher ins Grenzlandmuseum Eichsfeld verbunden. Dort drängte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) erneut auf eine institutionelle Förderung des Museums durch das Land Niedersachsen. Das tut er bereits seit etlichen Jahren, findet aber – bei wechselnden Landesregierungen – kein Gehör.

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In der Sache einig: Thustek, Wanka, Nolte (v.l.)

Quelle: Richter

Teistungen. Wanka ist zwar nicht zuständig, will sich aber in Gesprächen mit Verantwortlichen dafür einsetzen: „Das Thema kann nicht in der untersten Schublade bleiben, die Zeit drängt.“ Eine Möglichkeit sei ein Gedenkstätten-Verbund mit hauptamtlichem Personal.

Nolte wies darauf hin, dass eine Kooperation mit der Gedenkstätte KZ-Mittelbau Dora und dem Museum des Grenzdurchgangslagers Friedland angestrebt sei. „Es geht um den Diktaturvergleich und darum, Zeitgeschichte nicht isoliert zu sehen“, merkte Ben Thustek an, pädagogischer Leiter des Grenzlandmuseums mit Bildungsstätte.

Von dessen didaktischem Ansatz zeigte sich die 63-jährige Ministerin, die in der DDR aufgewachsen ist, angetan: „Die Darstellung des Alltags an der Grenze macht Geschichte greifbarer als nur über Verfolgung zu sprechen.“ Es sei erschreckend, wie schnell Erinnerung schwindet, sagte Wanka mit Blick auf jüngere Generationen.

Und knüpfte an die weißen Holzklötze der Künstlerin Dagmar Calais mit den Namen der Grenztoten sowie Forschungsprojekte  zu diesem Thema an: „Auch die Erinnerung an die Geschichten hinter den Namen muss wachgehalten werden.“

Jährliche Ausgaben von rund 300 000 Euro

Thüringen hat die Förderung des Museums bereits institutionalisiert. Über die Lehrerstunden für die pädagogische Arbeit hinaus gewährt der Freistaat dem Grenzlandmuseum in Vereinsträgerschaft jährlich einen Zuschuss in Höhe von 100 000 Euro. Weitere 50 000 Euro steuern Gemeinden und Landkreise bei.

Das Museum hat aber laut den Trägervereinsvorsitzenden Horst Dornieden und Wolfgang Nolte jährliche Ausgaben in Höhe von rund 300 000 Euro. Spenden, Mitgliederbeiträge und Eintrittserlöse reichen nicht aus, um die Lücke zu schließen. Solange es in Niedersachsen keine Instutionalisierung gebe, sei auch keine Förderung durch den Bund möglich, verdeutlichte Nolte.

Deutliche Worte zur mangelnden Hilfe Niedersachsens fand der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch. „Die Lehrer-Unterstützung ist die einzige Leihgabe Niedersachsens, das sich auf die Partnerschaft mit Sachsen-Anhalt zurückzieht und sich einen schlanken Fuß macht“, sagte Koch. Das sei „beschämend für das Land“. Das Grenzlandmuseum stehe an der Existenzschwelle und habe ohne Institutionalisierung keine Zukunft: „Das Land muss sich bekennen – und tut es nicht.“ 

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©Richter