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Lüder und Christiane Mosler zeigt Exponate in Mexiko

Schirme und Gardinen auf Reisen Lüder und Christiane Mosler zeigt Exponate in Mexiko

Bei einer Kunstausstellung im mexikanischen Villahermosa wird demnächst auch Kunst aus Duderstadt zu sehen sein. Das Künstlerehepaar Christiane und Lüder Mosler beteiligt sich mit vier Werken an der Schau unter dem Titel „Ich erzähl dir eine Geschichte“.

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Hinter der Gardine: Christiane Mosler zeigt das Bild der Frau am Fenster.

Quelle: EF

Duderstadt/Villlahermosa. Um in der Ausstellung gezeigt werden zu können, haben die Moslers ihre Werke auf eine weite Reise geschickt.

Dabei sei die Einladung zur Beteiligung für sie ganz überraschend gekommen, berichtet das Künstlerehepaar. „Begonnen hat das Ganze 2013 in Hann. Münden bei der Veranstaltung „Denkmal! Kunst – Kunst! Denkmal“, berichtet Lüder Mosler. Dort waren die Duderstädter im Kohlen-Hesse-Haus vertreten, gemeinsam unter anderem mit der mexikanischen Künstlerin Maria Elena Vargas. Auf ihre Initiative ging nun die Einladung an die Duderstädter zurück.

„Der Kurator wählte 15 Künstler aus, die in Chiapas, Mexico City, Jalisco, Tabasco sowie Europa leben und arbeiten“, berichtet Christiane Mosler. Jeder der Beteiligten werde zwei spezifisch für diese Ausstellung geschaffene Werke präsentieren.

Christiane und Lüder Mosler zögerten kurz als sie die Einladung erhielten: Die Konzeptausstellung Kontura 05 war gerade zu Ende gegangen – und dem Paar stand der Sinn nach  Urlaub und Erholung. „Aber so ein tolles Angebot schlägt man nicht aus“, so das Ehepaar Mosler einmütig. Allerdings: Wie sollten die Werke nach Mexiko gelangen? „Begrenzungen – egal welcher Art – beflügeln Künstler oftmals zu außergewöhnlichen Wegen“, nahmen die Moslers die Herausforderung sportlich.

Lüder Mosler entschied sich, für seine Geschichten Regenschirme zu verwenden, Christiane Mosler „erzählt“ ihre Geschichten vor und hinter Gardinen. Mit dem Motiv einer am Fenster stehenden Frau, die ihre Hände fest gegen die Scheibe drückt, wählt sie einmal den Blick hinter die Gardine. „Das Werk drückt den elementaren Wunsch nach Leben, Freiheit und Unversehrtheit aus und ist Spiegelbild unseres Zeitgeistes: höher, schneller, weiter. Wer hier nicht mithalten kann oder will, wird abgehängt“, erklärt die Künstlerin.

Der zweite Blick geht nach draußen und zeigt ein Motiv aus Ionescos „Die Nashörner“. „Es beschreibt die Verwandlung vom freien, selbständig denkenden Menschen hin zum zerstörerischen Herdentier“, beschreibt Mosler die Intention. Die Nashörner, eigentlich Einzelgänger, ständen dabei metaphorisch für den Verlust ethischer Werte unter dem Einfluss von Massenwahn, Opportunismus, Egoismus, Gier und Angst.

Lüder Mosler erzählt die Geschichte „Der Tag an dem ich meinen Regenschirm verlor“: Ein Flirt mit Spaziergang und Cafébesuch, an dessen Ende der Regenschirm verlassen an der Stuhllehne hängt. Schlussendlich eilt ein Mann schutzlos durch den Regen, alleine. Der Titel seiner zweiten Arbeit lautet „Ich bin bereits zu spät zur Arbeit, aber es regnet“. Sie thematisiert den inneren Schweinehund: eine Tasse, eine Gitarre, ein Buch und eine Katze – Dinge, die verleiten, doch noch einen Moment zu bleiben.

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©Richter