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"Alte Säcke" im Aufwind

Männergesangverein Westerode "Alte Säcke" im Aufwind

„Wir sind die alten Säcke.“ Selbstironisch hat der Männergesangverein Westerode den Chorabend beim fünften Scheunenfest eröffnet. Dabei ist es um den Verein besser bestellt als um viele andere Gesangvereine, die überaltert sind und Nachwuchssorgen haben.

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Auftritt beim Sängerfest zum 120-jährigen Bestehen des Männergesangvereins Westerode.

Quelle: Mahnkopf

Westerode. Bei den seit 2006 gefeierten Scheunenfesten des MGV Westerode herrscht stets Volksfeststimmung in dem Ort. Das war auch beim Scheunenfest zum 120-jährigen Bestehen des Vereins nicht anders. In der Scheune von Landwirt Karl Borchardt, der Vereinsvorsitzender ist, gaben mehrere Gastvereine Proben ihres Könnens, bevor die krankheitsbedingt zum Duo Eli Diehl und Udo Wallus geschrumpfte Gruppe „Brennholz“ aus Langenstein mit Schlagern, Rock, NDW und Oldies Partystimmung verbreitete. Mit Langenstein sind die Westeröder fest verbandelt. Dr. Wolfgang Hahm hat die Kontakte zum MGV Frohsinn Langenstein mit vielen jungen Sängern geknüpft. Im vergangenen Jahr hat der Mediziner Hahm den Dirigentenstab an den 20-jährigen Julius Ruben Napp weitergegeben. Dafür, dass er 25 Jahre lang den Taktstock geschwungen hat, ist er beim Scheunenfest geehrt und zum Ehrenchorleiter ernannt worden.

Vorurteile gegen Männergesangvereine

In der Festschrift zum 120-jährigen Bestehen des Vereins weist Hahm gängige Vorurteile zurück: „Von allen Chorgattungen ist der Männerchor sicher diejenige mit dem größten Fundus an mehr oder minder bösartigen Karikaturen, in denen bier- oder weinselige Kumpane die immer gleichen Lieder von Liebe, Weibern und Wein singen und sich bedarfsweise solange an Gräbern und Gedenksteinen einfinden, bis keiner mehr übrig ist, der dem Mitsänger diesen letzten Dienst erweisen kann. Dem Männerchor geschieht dabei schweres Unrecht.“ Das beste Beispiel dafür, dass das so nicht zutrifft, ist der neue Chorleiter des MGV Westerode, der mit viel Humor den Chorabend in der Scheune moderierte. „Offen sein für Neues, unter Berücksichtigung von Traditionen und Bewährtem“, beschreibt Kopp den Kurs, den der Verein eingeschlagen hat. Ins Repertoire wurden auch Stücke von den Toten Hosen und Santiano aufgenommen. Bei den wöchentlichen Proben donnerstags um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle sind Interessenten stets willkommen. Westerode hat zurzeit 756 Einwohner, der MGV 58 Mitglieder, darunter 30 aktive Sänger.

Als „Kulturträger des Dorfes“ lobt Westerodes Ortsbürgermeister Bernward Vollmer (CDU) den ältesten der acht örtlichen Vereine.Der MGV habe sich gegen den Trend sehr positiv entwickelt, das sei auch das Verdienst von Hahm gewesen. Auch die Anzahl der Gastvereine beim Scheunenfest habe sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Dabei waren diesmal der MGV Cäcilia Duderstadt, der Chor Viva Musica Teistungen, der MGV Seulingen, der MGV Cäcilia Werxhausen, der MGV Frohsinn Langenstein und die Tiftlingeröder Chöre. Zum Scheunenfest gehörte ein buntes Programm mit MGV-Quiz, Bauernolympiade, Hüpfburg, Versorgungsständen, Kuchenbuffet, Planwagenfahrten und Kinderschminken. Am Tag nach der Scheunenfete ging es mit einem Festgottesdienst mit den Gesangvereinen Westerode und Langenstein, einem Frühschoppen und einem Freundschaftssingen weiter.

Scheunenfest nur noch alle fünf Jahre

Weil das Scheunenfest mit immer höherem Aufwand verbunden ist, soll es künftig nicht mehr im zweijährigen Turnus, sondern nur noch alle fünf Jahre gefeiert werden. Das nächste Scheunenfest steigt also erst zum 125. Jubiläum des Vereins im Jahr 2022.

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©Richter