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Märchenausstellung im Heimatmuseum Duderstadt bringt Kindern Kulturgut nahe

Froschkönigs Welt in Wort und Bild Märchenausstellung im Heimatmuseum Duderstadt bringt Kindern Kulturgut nahe

Märchen vermitteln nicht nur moralische und ethische Werte oder laden zum Träumen ein in eine zauberhafte Welt. Sie sind auch jahrhundertealtes Kulturgut. Im Duderstädter Heimatmuseum ist noch bis zum 25. Januar eine Märchenausstellung zu sehen, in der vor allem die Entwicklung der Märchenillustration im Vordergrund steht.

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Was es mit der goldenen Kugel beim Froschkönig auf sich hat, erklärt Petra Böning (l.) den Schülern im Duderstädter Heimatmuseum.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Anlass ist das 200-jährige Jubiläum der „Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“. Im Jahr 1803 begannen die beiden Brüder, ihre Märchensammlung zu publizieren.

Die dazu erstellte Wanderausstellung der Illustrationsgeschichte war seitdem schon in einigen Städten Europas zu sehen und wurde in Kooperation mit dem Göttinger Märchenland, einem Verein zur Pflege deutschsprachigen Kulturguts, nach Duderstadt gebracht.

„Die Märchen haben in ganz Europa ihre Wurzeln, und die Sammlung der Brüder Grimm wurde in 60 Sprachen übersetzt“, sagt Sandra Kästner, pädagogische Leiterin des Duderstädter Heimatmuseums. Sie erklärt, dass die ersten Veröffentlichungen der Märchen nicht illustriert waren. Die frühesten Zeichnungen stammen aus dem Jahr 1819.

Besonders aufwendig wurden die Bilderbögen um 1900 gestaltet: Das Hauptthema des Märchens stand im Mittelpunkt, umrahmend wurden einzelne Szenen aus dem jeweiligen Inhalt dargestellt. Heute gibt es Märchenillustrationen in jeder Kunstform bis hin zum Comic. An der Ausstellung in Duderstadt haben sich auch einige regionale Künstler beteiligt wie die Obernfelder Malerin Käthe Charlotte Sablotzki-Weise oder Schüler mit ihren Werken.

Kästner will besonders für Kinder das Kulturgut Märchen zugänglich machen. Daher hat sie Petra Böning zur Verstärkung geholt. In einem schweren roten Ohrensessel wartete die Leiterin der Duderstädter Stadtbibliothek auf die Kinder der Grundschule Tiftlingerode.

Dreitägiges Märchenprojekt

„Wir haben in der Schule schon ein dreitägiges Märchenprojekt durchgeführt“, beschreibt Lehrerin Gerswit Gödecke den schulischen Umgang mit dem Thema. Daher erkannten die Kinder sowohl das Spinnrad - „Das darf man nicht anfassen, daran hat sich Dornröschen gestochen“ – sowie den Zusammenhang von grünem Reptil und goldener Kugel. „Heute geht es um den Froschkönig“, bestätigte Böning die richtigen Antworten der Kinder.

Um das Märchen des in einen Frosch verwandelten Prinzen den Kindern nicht nur beim Vorlesen nahezubringen, hat Böning eine Interaktion erarbeitet, bei der auch die Kreativität der Kinder gefragt war. Zum Thema wurde gebastelt und gemalt, und in einem Quiz wurde die Beobachtungsgabe der jungen Märchenexperten getestet.

Der rote Ohrensessel und kleine Sitzkissen stehen während der Ausstellung auch den Museumsbesuchern zur Verfügung, erläutert Kästner. In einer Kiste der Stadtbibliothek liegen verschiedene Märchenbücher, welche die Besucher ihren Kindern und Enkeln hier vorlesen können oder selbst darin stöbern dürfen.

Von Claudia Nachtwey

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