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Malteser eröffnen Tagespflegeeinrichtung

Betreuung Demenzerkrankter Malteser eröffnen Tagespflegeeinrichtung

Der Umbau des Malteser-Gebäudes ist abgeschlossen. Für rund eine Million Euro wurde in den vergangenen acht Monaten das Schulungszentrums am Duderstädter Schützenring modernisiert. Darüber hinaus entstanden Räume für eine Tagespflegeeinrichtung.

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Feilt noch an Details: Stefan Nolte in den Räumen der neuen Tagespflegeeinrichtung der Malteser für Demenzerkrankte.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Derzeit feilen Schulleiter Stefan Nolte und sein Team noch an Details der Ausstattung.

Am Montag, 27. August, findet ein erster Informationsabend statt, am Wochenende darauf wird das Gebäude eingeweiht und bei einem Tag der offenen Tür präsentiert, im Oktober startet der Betrieb in der Tagespflegeeinrichtung.

Sie ist spezialisiert auf die Betreuung Demenzerkrankter. Grundlage ist das in Schweden entwickelte Pflegekonzept der Stiftung Silviahemmet. Das drücke sich in Gestaltung der Einrichtung und in der Ausbildung der Pflegekräfte aus, erläutert Nolte bei einem Rundgang durch die Räume. Sie sind hell und klar strukturiert. Es gibt Bereiche fürs Lesen und für Musik, Aktivitätszonen, eine Küche, einen Ruhebereich, Platz für Gruppenaktivitäten. Die Farbgestaltung signalisiert, wo Ruhezonen sind (grün) oder wo Aktivität möglich oder nötig ist (rot).

In beruhigenden Farbtönen ist der Eingangsbereich gehalten. Hier sollen sich Nutzer der Einrichtung, und ihre Angehörigen wohl fühlen. Denn diese werden in die Betreuung einbezogen. Aufklärung und Schulung der pflegenden Personen gehört zum Konzept.

„Der Prozess der Demenzerkrankung ist zu verlangsamen und aufzuhalten“, erklärt Nolte. Dazu bedürfe es eines qualifizierten Umgangs mit Erkrankten, nicht nur in der Tagespflegeeinrichtung, sondern auch zu Hause. Angehörige lernen, Krankheitssymptome zu erkennen, und üben die Kommunikation mit Erkrankten.

„Keine Kindertagesstätte für Senioren“

„Wir sind keine Kindertagesstätte für Senioren“, sagt Nolte. Vielmehr müssten Angehörige von den Erkrankten lernen, sie zu verstehen, ihre Fähigkeiten zu erkennen und zu nutzen. Diese Siliviahemmet-Philosophie drückt sich in der Gestaltung der Einrichtung aus. Betritt man die Räume, zeigt ein roter Streifen: Hier ist Aktivität gefordert. Viele Details, beispielsweise Hüte an der Garderobe oder rote Türrahmen, sind Signale und Impulsgeber.

Egal was die Erkrankten unternehmen wollten, das Pflegepersonal würde sie dabei begleiten, sagt Nolte. Auf zwei Erkrankte käme eine Betreuungsperson. Zu denen gehören nicht nur die Pflegekräfte, sondern auch Reinigungspersonal oder Gärtner. Sie seien ebenfalls Bezugspersonen und entsprechend geschult. Zwölf Erkrankte können künftig in der Einrichtung betreut werden. Sie ist eine von drei Einrichtungen der Malteser bundesweit, die nach dem Silviahemmet-Konzept arbeitet.

Das Besondere an Duderstadt: Hier werden auch die Pflegekräfte ausgebildet. 140 Alltags- und Demenzbegleiter, Altenpfleger und Altenpflegehelfer erhalten pro Jahr im Schulungszentrum das Rüstzeug für ihr Berufsleben. In Kombination mit der Tagespflegeeinrichtung entsteht in Duderstadt deshalb eine Modelleinrichtung und ein Kompetenzzentrum für die Betreuung Demenzerkrankter.

Die Infoveranstaltung beginnt am Montag, 27. August, um 19 Uhr im Schulungszentrum, Am Schützenring 6. Anmeldung unter Telefon 0 55 27/98 92 60.

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