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Marktumfrage: Duderstädter betrachten Nein zu Olympischen Spielen differenziert

„Nicht alle Türen zu“ Marktumfrage: Duderstädter betrachten Nein zu Olympischen Spielen differenziert

„Nein“ haben die Hamburger zu Olympia in ihrer Hansestadt gesagt. Damit wurden zum zweiten Mal Olympische Spiele in der Bundesrepublik abgelehnt. Wollen die Deutschen etwa generell keine Spiele bei sich? Das Tageblatt hat sich in Duderstadt umgehört.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. „Ich finde es schade, dass die Olympischen Spiele nicht nach Deutschland kommen“, sagt Hans-Joachim Stockfisch, Trainer der Handballerinnen des TV Jahn Duderstadt. „Das hätte dem Land die Chance gegeben, sich zu präsentieren.“ Durch das zweimalige Misstrauensvotum gegen München und Hamburg sieht Stockfisch die Gefahr, dass Deutschland mittelfristig nicht mehr den Zuschlag erhält: „Es ist fraglich, ob wir überhaupt noch in die Auswahl kommen.“

Sportliche Großereignisse wie die Fußball-WM 2006 hätten sich positiv auf die Wahrnehmung Deutschlands im Ausland ausgewirkt, sagt Olaf Waida, Leichtathletiktrainer bei der LG Eichsfeld: „So hätte es mit Hamburg 2024 auch sein können.“  Das generelle Verfahren sieht Waida kritisch: „Ist ein Bürgerentscheid, bei dem knapp die Hälfte der Wahlberechtigten nicht abgestimmt haben, überhaupt aussagekräftig?“. Die deutschen Athleten hätten „auf jeden Fall ein sportliches Großereignis wie Olympia verdient. Dafür leben sie und trainieren täglich hart“.

„Nicht alle Türen zu“, sieht Jens Warpinsch, hofft darauf, dass eine deutsche Stadt mittel- bis langfristig den Zuschlag erhält. „Vielleicht hätte man vorher die Bevölkerung fragen sollen, bevor man die Bewerbung einreicht“, gibt der Ottobock-Angestellte zu bedenken. Gerne hätte sich der 44-jährige Hesse Olympia vor Ort angeschau: „Schade, dass es nicht geklappt hat. Das wäre auch gesellschaftlich gut gewesen.“

Verständnis für das Nein der Hamburger Bürger äußert Marita Wortmann. „Ich finde es okay, dass die Leute sich dagegen entschieden haben“, beteuert die Tiftlingeröderin. Finanziell gebe es derzeit wichtigere Löcher zu stopfen, zudem hätten die jüngsten Terroranschläge wohl zu Verunsicherung in der Bevölkerung geführt.

„Angst und Geld“ sieht auch Kai Meisel als Hauptgründe für die Mehrzahl der Nein-Stimmen. Traurig über das Olympia-Aus ist der 37-Jährige nicht: „Ich bin nicht so sportbegeistert und durch meine Arbeit auf dem Bau habe ich sowieso nicht soviel Zeit, um zu gucken.“  Ob Olympia mittelfristig in Deutschland wieder ein Thema wird, „weiß ich nicht“.

Von Christian Roeben

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