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Deutsche Einheit oder Nebeneinander?

Marktumfrage Deutsche Einheit oder Nebeneinander?

26 Jahre nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung haben sich Eichsfelder auf dem Duderstädter Markt unterschiedlich zm Stand der Deutschen Einheit geäußert. Rente, Freiheit, Soli, aber auch die Ausschreitungen in Sachsen spielten in der Markt-Umfrage eine Rolle.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. „Alles hat immer seine guten und seine schlechten Seite“, äußerte sich Annemarie Nachtwey aus Kefferhausen bei Dingelstädt. Anders als früher gäbe es jetzt Reisefreiheit oder auch die Möglichkeit in Geschäfte zu gehen - „zumindest wenn man das nötige Kleingeld hat.“ Arbeit, Kinder und Familie habe man unter einen Hut bringen müssen und zugleich so wenig verdient, dass die Renten heute kaum ausreichten.

„Wenn es nicht den Soli gäbe“, sagte Günther Schwanenberg, „dann hätten die sich was anderes einfallen lassen.“ Auch der Westdeutsche habe jetzt die Möglichkeit, grenzenlos zu reisen, etwa in die Sächsische Schweiz. „Aber wenn ich in Dresden den ganzen Zirkus sehe...“, so Schwanenberg vielsagend, ohne den Satz zu beenden.

„Ohne deutsche Wiedervereinigung,“ mutmaßt Norbert Conrad, „wäre die Wirtschaft damals den Bach runtergegangen.“ Es sei aber einmalig, wie vergleichsweise rasch die Vereinigung zweier Staaten funktioniert habe: „Ob das heute nochmal gelingen könnte? Ich glaube nicht.“

Jetzt Infrastruktur im Westen sanierungsbedürftig

Wolfgang „Charly“ Weng sieht mittlerweile eine andere Ungleichverteilung. „Ich habe damals gesagt, in zehn Jahren sehen die Straßen im Westen schlechter aus“, so der gebürtige Berliner, „und es ist noch viel schlimmer geworden.“

Tiftlingerodes Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU) forderte mehr Empathie für das vereinigte Deutschland: „Die friedliche Revolution gelang ohne Blutvergießen, darauf können alle stolz sein.“

Es brauche mehr gemeinsamen Veranstaltungen und Initiativen, von Kirchen, Parteien und letztlich allen Bürgern. Tiftlingerode habe seit rund 27 Jahre eine gute Partnerschaft mit dem thüringischen Gernrode: „Wir müssen den Tag der Deutschen Einheit wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. gm

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