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Martin Struck neuer Leiter der Duderstädter Pestalozzischule

„Inklusion ist eine Haltungsfrage“ Martin Struck neuer Leiter der Duderstädter Pestalozzischule

„Alle anders – alle gleich“, steht auf der mit Kindergesichtern bemalten Anreischke-Figur auf dem Schulhof der Pestalozzischule. Das Motto passt zur Debatte um die Inklusion, die Beschulung von Kindern mit Handicap an Regelschulen, die die Förderschulen in Bedrängnis bringt: Wieviel Gleichheit ist möglich, wieviel Gleichheit ist nötig, wo stößt die Inklusion an Grenzen?

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„Wir bleiben die Spinne im Netz, die sonderpädagogisches Fachwissen in die Fläche streut.“: Martin Struck ist neuer Leiter der Pestalozzischule.

Quelle: Richter

Duderstadt. Martin Struck sieht ganz klar zweigleisigen Bedarf. „Inklusion ist eine Haltungsfrage, keine Anordnungsfrage“, sagt der 58-Jährige, der seit Monatsbeginn die Pestalozzischule leitet und sich am Donnerstag im Kreisschulausschuss vorstellt: „Wenn man das Wahlrecht der Eltern ernst nimmt, muss man auch Förderschulen als Angebotsschulen erhalten.“

Bereits aufgelöst ist die Lutterbergschule in Bad Lauterberg: 13 Jahre lang war Struck Direktor der Förderschule mit Schwerpunkt Lernen. Dieser Bereich läuft auch in Duderstadt im Zuge der Inklusion nach und nach aus, erste und zweite Klassen gibt es nicht mehr. „Die Zahl der Schüler – derzeit knapp 150 – ist rückläufig, die Pestalozzischule bangt weiter um ihre Existenz“, bestätigt der Sonderpädagoge.

Zumindest habe das Kultusministerium inzwischen den Bestand von Sprachheilklassen garantiert, zum neuen Schuljahr würden in Duderstadt wieder erste Klassen für die Schwerpunkte Sprachheilpädagogik und geistige Entwicklung angeboten. Letzterer Bereich ist  nicht mehr an der ehemaligen Handelsschule des Kreises Duderstadt in der Neutorstraße, sondern am Euzenberg angesiedelt. Mittelfristig stelle sich auch die Standortfrage, sagt Struck.

Bevor er Michael Bonner als Schulleiter abgelöst hat, war Struck bereits einige Monate in Duderstadt am Aufbau eines  mobilen Dienstes beteiligt. Rund die Hälfte der 30 Lehrkräfte der Pestalozzischule ist inzwischen im Inklusionseinsatz – teilweise an mehreren anderen Schulen.

Das Personal reiche nicht aus, die Verlässlichkeit leide, überall würden Sonderpädagogen fehlen, meint Struck. Das treffe insbesondere Schüler mit bildungsfernem Background und sehr hohem Unterstützungsbedarf. Strucks Vorgänger Bonner, der die Schule zehn Jahre lang geleitet hat, hat sich im Stillen im Kreis der Kinder und Kollegen in den Ruhestand verabschiedet. Der gebürtige Hannoveraner Struck ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und wohnt in Osterode.

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