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Maststall für rund 300 Tiere in der Rhumspringer Feldflur geplant

Breite Zustimmung für Standort Maststall für rund 300 Tiere in der Rhumspringer Feldflur geplant

„Keine Angst, es geht nicht um Puten, sondern um Bullen.“ Augenzwinkernd führt Henrik Arend die Zuhörer im Rhumspringer Bauausschuss an ein Thema heran, das vielerorts zu Kontroversen führt: der Bau eines Maststalls in Kombination mit einer Biogasanlage.

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Rund 600 Meter vom Ort entfernt: der geplante Maststall mit Hofbiogasanlage.

Quelle: Grafik: Scharf

Rhumspringe. Mit Christian Glahn aus Hilkerode will der Rhumspringer einen Stall für rund 300 Mastbullen betreiben. Die beiden jungen Landwirte wollen eine GbR gründen und mit dem Projekt im Außenbereich  von Rhumspringe die Zukunft ihrer Familienbetriebe sichern.

Zurzeit halten beide Betriebe jeweils rund 30 Milchkühe – die  Nachzucht nicht eingerechnet. „Diese Größenordnung hat keine Zukunft und ist zu kostenintensiv, zumal in den nächsten Jahren die Anbindehaltung untersagt und die Düngeverordnung verschärft wird“, meint Glahn.

Für den Bullenstall samt einer kleinen Hofbiogasanlage mit 75 kW Leistung im Bereich Springberg rund 600 Meter östlich der Rhumspringer Ortslage hat Henriks Vater Engelbert Arend beim Landkreis eine Bauvoranfrage gestellt, ein Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ist nicht erforderlich. Der Kreis als Genehmigungsbehörde hat die Gemeinde um eine Stellungnahme gebeten. Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) sieht keine grundsätzlichen Probleme, die Landwirte haben bewusst den Weg in die Öffentlichkeit gesucht.

„Wir betreiben keine Massentierhaltung“, betont Henrik Arend. 95 Prozent der Trockenfuttermasse werde selbst erzeugt, statt Güllespaltenboden sei ein tierfreundlicher Tretmiststall auf Stroh geplant. Die Biogasanlage mit einem Fermenter und einem luftdicht abgedeckten Gärrestelager werde nur mit Mist und Futterresten bestückt und sei nahezu geruchsneutral. Die Anlage, die Strom für rund 200 Haushalte erzeugen kann, sei vom Ort aus nicht sichtbar, die vorherrschende Windrichtung führe vom Ort weg. Bei Gesprächen mit Naturschutzbehörde und Landwirtschaftskammer habe es breite Zustimmung für den Standort gegeben.

Als „sensibelsten Aspekt“ betrachten die künftigen Investoren die Verkehrssituation. Für die Anlieferung sind zwei Wirtschaftswege vorgesehen, Tiere und Mineralfutter werden aber auch durch Rhumspringe transportiert. Das beschränke sich jedoch auf wenige Tage im Jahr, versichern Glahn und Arend. Die größten Fahrzeuge sind die 40-Tonner für den Bullentransport. In der Feldflur wollen die Investoren die Wegelücke zwischen dem vorhandenen Teerweg und dem Standort der Anlage selbst befestigen.

Für die Einspeisung ins Stromnetz können die Landwirte die Leitung der ehemaligen Rhumspringer Papierfabrik nutzen. Von dort aus soll eine neue Stromleitung zu der Biogasanlage in der Feldflur gelegt werden.

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©Richter