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Max-Näder-Haus in Duderstadt steht vor der Eröffnung

Vergangenheit und Zukunft unter einem Dach Max-Näder-Haus in Duderstadt steht vor der Eröffnung

Wenige Tage vor der Eröffnung laufen die Arbeiten am Max-Näder-Haus auf Hochtouren. Am Hindenburgring waren am Freitag rund 80 Handwerker damit beschäftigt, das Geburtshaus Hans Georg Näders und den Neubau fertigzustellen. Am Mittwoch soll alles erledigt sein – und Bauherr Hans Georg Näder ist zuversichtlich, dass dies gelingt.

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Quelle: Eckermann

Duderstadt. Fahrzeuge über Fahrzeuge, so weit das Auge reicht: Über die Länge der gesamten Straße reihen sich die Firmenwagen der beteiligten Handwerksbetriebe am Max-Näder-Haus aneinander. Selbst auf dem gegenüberliegenden Grünstreifen am Wall parken Transporter. „Ist alles von der Stadt genehmigt“, nimmt Näder Kritikern den Wind aus den Segeln. Der Ottobock-Chef ist derzeit häufig in Duderstadt anzutreffen, unter anderem, um die Baumaßnahme am Hindenburgring zu begleiten.

 
Während im Eingangsbereich mittlerweile der Treppen- und Rollstuhlaufgang fertiggestellt sind, arbeiten weiterhin Handwerker an der Fassade, einer „architektonischen Herausforderung, wie sie größer kaum sein könnte“, erklärt Näder. Der moderne Anbau des historischen Gebäudes soll mit metallenen Platten verkleidet werden, durch die der Eindruck eines Edelsteins hergestellt wird. „Planung, Bau und Montage allein dafür haben jeweils ein halbes Jahr in Anspruch genommen“, erklärt Bernd Kemmerling, Bauleiter des Großprojekts. Die Umsetzung der Pläne des Berliner Architekten Rolf Gnädinger liegt bei einer Spezialfirma, die unter anderem am Bau des Ottobock Science Centers in Berlin beteiligt gewesen war. Rund 700 verwinkelten Quadratmetern Fassadenfläche haben sie den metallenen Schein zu verpassen.

 

Foto: Eckermann

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Im Inneren des Gebäudes ist eine Etage bereits vollständig fertiggestellt. „Wir haben es HGN Loft getauft“, erklärt Näder beim Betreten der Privat- und Arbeitsräume im Obergeschoss. Als er noch Dachboden hieß, war dieser Bereich schon einmal das Refugium des späteren Unternehmers: Hier hatte der Sohn Max Näders, nach dem das Haus benannt werden wird, sein Jugendzimmer. Hier traf sich Näder mit Freunden, feierte Partys – und rauchte heimlich.
Heute ist der gesamte Bereich zu einem großen Raum geöffnet. Im Mittelpunkt – unter einem großen, grünen Kronleuchter, befindet sich ein Arbeitsplatz. Der zum Balkon ausgerichtete Schreibtisch stamme noch von seinem Vater, erklärt Näder.

 
Von einem großen Balkon zur Gartenseite hin bietet sich ein Blick ins Grüne, wo Gärtner damit beschäftigt sind, Rollrasen auszulegen und Pflanzen zu setzen. Auch am Teich und am Pool wird noch gearbeitet. „Hier fanden beim Schützenfest legendäre Partys mit gemischten Wasserballspielen statt“, schwelgt Näder beim Rundgang in Erinnerungen und lacht. Die Frühbeete der Mutter, Maria Näder, sind ebenso in die Gestaltung des rund 12 000 Quadratmeter großen Außengeländes aufgenommen worden wie das alte Gartenhaus mitsamt den Gardinen, die vermutlich noch aus den 1960er-Jahren stammen.

 
Neben dem zukünftigen Otto-Bock-Archiv, einem Veranstaltungsbereich und den Räumen, in denen das Family-Office seinen Platz finden wird, gibt es in dem vollständig barrierefreien Haus mit Anbau eine Etage, die Nostalgie versprüht und Jahrzehnte Ottobock-Geschichte widerspiegelt: Das Wohnzimmer der Familie Näder und das private Arbeitszimmer Max Näders sind vollständig erhalten und vorsichtig aufbereitet worden. Bis auf etwas frische Farbe an den Wänden sei praktisch alles so geblieben, wie es Max Näder an seinem Todestag zurückgelassen habe, erklärt Näder. Noch immer ständen die Bücher in derselben Reihenfolge in den Regalen, auf dem Schreibtisch liegt ein selbstgemaltes Bild der Enkelin, im Schrank steht ein Teller mit einem Motiv aus Königssee. Näder: „Unter diesem Dach befindet sich die Vergangenheit der Firma Ottobock. Auf dieser Geschichte baut die Zukunft auf.“

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©Richter