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Max-Planck-Gesellschaft will Institut in Lindau verkaufen

Investor gesucht Max-Planck-Gesellschaft will Institut in Lindau verkaufen

Aus den Fenstern blickt der Besucher auf Viehweiden. Einige 100 Meter entfernt liegt das Dorf Lindau. Wer ländliche Ruhe sucht, für den ist das leerstehende Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ideal. 1,57 Millionen Euro will die Forschungsgesellschaft für den Gebäudekomplex aus dem Jahre 1968 haben. Diesen Verkehrswert haben Gutachter des Landkreises ermittelt.

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Soll verkauft: Max-Planck-Institut in Lindau.

Lindau. Über 13 000 Quadratmeter Büro- und Forschungsflächen, Labore und Werkstätten verfügt die Immobilie.

„Wer heute ein Bürogebäude dieser Größe errichten wollte, müsste mindestens 25 Millionen Euro aufbringen“, sagt Reinhard Freytag von der Göttinger Maklerfirma Freytag Immobilien. Die Max-Planck-Gesellschaft hat ihn mit der Vermarktung ihrer Immobilien in Lindau beauftragt.

Das Institutsgebäude von 1968 steht auf einem 107 000 Quadratmeter großen Grundstück. „Das entspricht 14 Fußballfeldern“, sagt Freytag. Bei einem Quadratmeterpreis von zehn Euro wäre allein diese Fläche eine Million Euro wert, wirbt er. Zum Vergleich: Der Neubau des Instituts in Göttingen, den 300 Mitarbeiter im April bezogen haben, kostete 50 Millionen Euro.

„Es ist auch möglich, Teile zu kaufen“

Der Makler, der seit einem Jahr Nachnutzer sucht, hatte nach eigenen Angaben bisher „sechs bis acht ernsthafte Interessenten“. Forschungseinrichtungen befanden sich darunter,  aber auch Rechenzentren. Eine 32 Kilometer lange Glasfaserverbindung zum Breitband-Wissenschaftsnetz in Göttingen lässt sich nutzen, was allerdings nicht im Kaufpreis enthalten ist. Andere Interessenten waren Kliniken, Reha-Einrichtungen und Seniorenwohnheime.

„Es ist auch möglich, Teile zu kaufen“, betont Freytag. So gebe es bereits vier schriftliche Kaufanfragen für die Fahrzeughalle. Voraussetzung bei einem Teilverkauf sei allerdings, dass sich auch für alle anderen Gebäudebereiche Käufer fänden. Interessant sei der Komplex für Investoren, die selbst eine Teilvermarktung der Flächen vornehmen würden.

Die Gemeinde Katlenburg-Lindau will Nutzern bei der Bauleitplanung entgegenkommen, sagt Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Northeim stellt Fördergelder in Aussicht.

Neben dem Komplex von 1968 gibt es die alten Institutsgebäude aus den 50er-Jahren. Für sie hat Freytag bereits Käufer gefunden, darunter die Lisa Laser Products OHG. Sie fertigt in Lindau mit 70 Mitarbeitern medizintechnische Produkte. „Ich liebe die Natur“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Heinrich-Otto Teichmann. Publikumsverkehr hätte sein Unternehmen keinen. Wichtig sei für sie nur, dass sie von Paketdiensten gefunden würden.

Von Michael Caspar

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