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Mehr als eine Finanzspritze

Spenden der PfD für Flüchtlinge Mehr als eine Finanzspritze

Mit einer Spende von 500 Euro hat die Partnerschaft für Demokratie (PfD) ein Anliegen des jungen Duderstädters Dennis Kasulke unterstützt: Für die Gestaltung des Sportbereichs im Rosenthaler Hof wurden einige Artikel angeschafft. Doch hinter der Spende steckt viel mehr als eine bloße Finanzspritze.

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„Wir treffen uns einmal im Monat, um miteinander über Erlebnisse und Erfahrungen zu sprechen“, erklärte Integrationslotsin Lucia Kirscht die Selbsthilfe der Helfer.

Quelle: ny

Duderstadt. Sport fördert die Gemeinschaft, hilft, Traumata zu bewältigen und kommt ohne viele Worte aus. Der 19-jährige Bank-Azubi Dennis bietet für die Flüchtlinge im Rosenthaler Hof als Außenstelle des Erstaufnahmelagers Friedland Sportspiele an. Ihm fiel auf, dass einige Dinge bei der Gestaltung des Angebots hilfreich wären: Leibchen zum Beispiel, um beim Fußball die Mannschaften unterscheiden zu können, aber auch Bälle, Badminton-Sets oder Springseile und Stelzen für Kinder standen auf der Wunschliste. Pfarrer Martin Tigges, den Dennis aus dem Jugendzentrum Emmaus kannte, gab ihm den Tipp, sich an die PfD zu wenden. Unterstützt wurde er in seinem Anliegen von Bettina Schulte, die sich ebenfalls für die Flüchtlinge engagiert.

„Wir fördern Projekte und Aktionen, die der Demokratie dienen und sich gegen Menschenfeindlichkeit richten“, erklärte Mathis Weselmann als Vertreter der PfD im Landkreis Göttingen. Dabei ginge es aber nicht nur um finanzielle Unterstützung. „Mit den Projekten, die wir fördern, wird etwas in der Gesellschaft angeschoben und weiterentwickelt. Die Leute kümmern sich und beschäftigen sich zunehmend mit dem Thema“, ergänzte Weselmann. Die Hilfe für Flüchtlinge sei ein Weg zur Förderung des Zusammenlebens, was den Richtlinien der PfD entspreche, so Weselmann. Die Flüchtlinge könnten über die Angebote im Rosenthaler Hof einen Eindruck von Deutschland, seiner Kultur und seinen Regeln, von Sprache und erste Hilfe bei der Trauerbewältigung erhalten.

Aber auch die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen erkennen Hintergründe der oftmals dramatischen Schicksale und sind dankbar für jede Unterstützung, die ihre Arbeit erleichtert. „Jeder der Flüchtlinge hat ein Trauma, jeder der Helfer nimmt die Probleme mit nach Hause. Das ist enormer Stress für alle Beteiligten. Aber mit dem Erkennen des Leides wächst die Hilfsbereitschaft auf ein neues Niveau. Man kann nicht mehr aufhören zu helfen“, beschrieb Eckhard Melz, Leiter des Rosenthaler Hofes, das Phänomen, dass mit immer mehr Flüchtlingen auch die Hilfsbereitschaft immer größer werde.

„Wir treffen uns einmal im Monat, um miteinander über Erlebnisse und Erfahrungen zu sprechen“, erklärte Integrationslotsin Lucia Kirscht die Selbsthilfe der Helfer. Andere psychologische oder physiologische Unterstützung gebe es nicht. Aber keiner der Beteiligten wolle aufgeben. „Das ist eine Sache des Herzens“, sagte Melz. Spenden seien wichtig, um die Arbeit der Ehrenamtlichen überhaupt zu ermöglichen.

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©Richter