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Michael Beier übernimmt Verantwortung

Neuer Vorstand bei Heinz-Sielmann-Stiftung Michael Beier übernimmt Verantwortung

In wenigen Tagen übernimmt Michael Beier die Verantwortung bei der Heinz-Sielmann-Stiftung, zum 1. September wird er alleiniger geschäftsführender Vorstand. Beier tritt die Nachfolge von Michael Spielmann an, der als Bundesgeschäftsführer zur Deutschen Umwelthilfe wechselt.

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Marketingfachmann mit ethischen Grundsätzen: Michael Beier will neue Spender für die Heinz-Sielmann-Stiftung gewinnen.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Mit dem neuen Vorstand hat der Stiftungsrat um Vorsitzende Inge Sielmann einen Stiftungsexperten, Marketingfachmann und Kommunikationswissenschaftler nach Duderstadt geholt. Er soll die spendenbasierte Finanzierung der Stiftung sichern, er will sie aber auch inhaltlich fortentwickeln. Mit Blick auf den Standort Duderstadt kündigt Beier eine Stärkung an. Hier werde im Jahr 2014 zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung der Schwerpunkt der Aktivitäten liegen: „Um diesen Meilenstein der Stiftungsentwicklung gestalten zu können, wird das Gut Herbigshagen weiterentwickelt, die Ausstellung ausgebaut und modernisiert.“

Notwendigkeit einer inhaltlichen Fortentwicklung

Stiftungshandeln sei nur durch die Spenden und Zustiftungen möglich, sagt Beier. Deswegen sei es wichtig, neben den Spendern, die den 2006 gestorbenen Heinz Sielmann noch erlebt hätten, jüngere zu gewinnen. „Die Stiftung als eigene Marke zu etablieren, ist eine meiner Aufgaben“, sagt der neue Vorstand. Daraus leitet Beier die Notwendigkeit einer inhaltlichen Fortentwicklung ab. Umweltschutz, Klimawandel und die Energiewende sollen künftig ebenfalls im Fokus stehen. Damit wird neben der Natur der Mensch und die Auswirkungen menschlichen Handelns stärker als bisher ein Thema für die Stiftung sein.

„Die inhaltliche Ausrichtung der Stiftung und die Gewinnung von Spendern bedingen einander“, betont Beier. Das wird deutlich, wenn er die Voraussetzungen der künftige Arbeit beschreibt. Die hält er für sehr gut. Zum einen gebe es aktuell großes Interesse an der Natur. „Das sehen sie an der Renaissance des Naturfilms, am Erfolg von Kinofilmen wie ,Deutschland von oben‘. Das sehen sie aber auch am Erfolg einer Zeitschrift wie ,Landlust‘, die die Sehnsüchte der Großstädter nach Garten und Landleben erfüllt.“ Diese Klientel sei für den Naturschutz und somit auch die Stiftung zu gewinnen. Zum anderen sollen das Naturschutzprojekt Grünes Band und Sielmanns Naturlandschaften in Brandenburg sowie Sielmanns Biotopverbund Bodensee Beispiele für eine Partnerschaft mit Bund, Bundesländern und den Kommunen werden. „Die Sielmann-Stiftung will im Sinne eines Public-Private Partnership für den Naturschutz somit auch Projektpartner für die öffentliche Hand und damit für das Gemeinwohl sein“, so Beier. Diese Kooperationen sollen auch dem weiteren Erwerb von Flächen dienen. „So wollen wir beispielsweise die Rückkehr von Wolf und Wildkatze aktiv und erlebbar begleiten, indem wir Wildnis bieten.“

Für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich

Beier ist Diplom-Journalist, zertifizierter Stiftungsmanager und hat jüngst seinen Master of Science an der TU Berlin in Marketing, Kommunikation und Wissenschaftsmanagement abgeschlossen. Er war bei verschiedenen Institutionen für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich, war zuletzt an der Universität Hildesheim tätig. Er habe zudem eine Fortbildung als Compliance Officer, fügt Beier hinzu. Das ist ihm wichtig, denn in der betriebswirtschaftlichen Fachsprache bedeutet der englische Begriff Compliance (Befolgung) die Einhaltung von Standards, Gesetzen und Richtlinien. „Es geht um die Regeln für einen ehrbaren Kaufmann, dafür stehe ich gerade“, erklärt Beier. Für Stiftungen bedeute dies, Transparenz bei den Einnahmen und im Geschäftsablauf zu schaffen. „Die Publizitätspflicht für Stiftungen muss gesetzlich in der Bundesrepublik festgeschrieben werden“, fordert Beier. „Es geht hier um das Gemeinwohl und die Nutzung steuerlicher Vorteile für Stiftungen.“ Will er dies bei der Sielmann-Stiftung einführen? „Ja“ sagt Beier bestimmt und kündigt eine Charta für Spenderrechte und ein Leitbild guter Fundraisingpraxis an.

Zurückhaltend bei Fragen zur Person

So klar er seine Vorstellung als Vorstand beschreibt, so zurückhaltend ist er bei Fragen zur Person. Ungern bestätigt er sein Alter (50). Zu entlocken ist ihm noch die Existenz seiner Tochter Julia. Beier ist ein Liebhaber moderner Kunst, davon berichtet er begeistert. „Ich bin überrascht von der architektonischen und künstlerischen Qualität der Kunsthalle“, sagt er nach der Eröffnung der aktuellen Ausstellung der Kunsthalle HGN. „Auch bin ich gespannt auf zwei Tagen des offenen Ateliers“, sagt er mit Blick auf Veranstaltungen im September. Er freut sich über zwei Kunstvereine in Duderstadt, denkt nach wenigen Tagen in der Stadt bereits über eine Mitgliedschaft nach. Kunst, Kultur und modernes Ballet interessierten ihn sehr. Er fahre auf fast jede Kunstbiennale in der Welt und sammele selbst Malerei und Grafik. Duderstadt habe mit seiner Kunsthalle und der lebendigen Kunstszene einiges zu bieten, stellt der neue Sielmann-Vorstand fest.

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Mehr Aufgaben

Die Heinz-Sielmann-Stiftung stärkt ihren Standort Duderstadt. Die Arbeitsbereiche Stiftungskommunikation, Pressearbeit und Umweltbildung der bundesweit tätigen Naturschutzorganisation werden künftig auf Gut Herbigshagen gebündelt. Das bedeute eine deutliche Aufwertung der Stiftungszentrale in Duderstadt, so Sielmann-Vorstand Michael Beier.

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