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Mietpreller in Duderstadt verurteilt

Diebstahl und Betrug Mietpreller in Duderstadt verurteilt

Wegen Betruges sind am Dienstag ein 39-Jähriger und eine 34-Jährige verurteilt worden. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass sie gemeinsam einen Mietvertrag unterschrieben hatten, obwohl das Geld dafür fehlte. Dem 39-Jährigen wurde zudem der Diebstahl eines Tablets zur Last gelegt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Für den 39-Jährigen, der zum Zeitpunkt der Taten mit der Mitangeklagten liiert war, forderte die Staatsanwaltschaft eine Gesamtstrafe von einem Jahr, in der acht Monate Freiheitsstrafe für den Diebstahl und sechs für den Mietbetrug enthalten sein sollten. Aufgrund der Vorstrafen – unter anderem waren dem Mann in der Vergangenheit weitere Diebstahls- und Betrugsdelikte nachgewiesen worden – solle die Strafe nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Dem Vorschlag folgte Richter Michael Pietzek ebenso wie der Forderung nach einer Bewährungsstrafe von vier Monaten für die 34-Jährige. Sie soll außerdem 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten und erhielt die Auflage, sich in eine Schuldnerberatung zu begeben.
Seit zehn Jahren kennen sich der 39-Jährige und die Frau, mit der er zum Tatzeitpunkt eine Beziehung hatte. Beide sind sie verschuldet, beide bereits auf die schiefe Bahn geraten. Gemeinsam standen sie wegen 55-fachen Betrugs vor Gericht: Sie hatten Waren eingekauft, ohne sie bezahlen zu können.
„Es macht Ihnen niemand einen Vorwurf, weil sie kein Geld haben“, begründete Pietzek sein Urteil am Dienstag. Allerdings hätten die Angeklagten die Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, nicht genutzt. Statt Anträge bei den Ämtern zu stellen und Auflagen zu erfüllen, hätten sie Geld, sobald es auf den Konten war, ausgegeben. Statt sich Hilfe zu suchen, hätten sie die Vertrauensseligkeit eines älteren Herrn ausgenutzt, der ihnen ein Mietverhältnis angeboten hatte: Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses habe der 39-Jährige Arbeit gehabt – es sei aber absehbar gewesen, dass nach Ablauf des befristeten Vertrages das Geld nicht ausreichen würde, um die Miete zu zahlen und vier Personen zu ernähren. Nachdem ein weiteres Verfahren wegen eines ähnlich gelagerten Falles eingestellt worden war, hatte sich das Gericht nur noch mit diesem Fall beschäftigt.
Ebenfalls verhandelt wurde der Diebstahl eines Tablets. Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass es der 39-Jährige eingesteckt hatte, als er einer Bekannten beim Umzug half. Die Aussage eines Polizisten, der Beschuldigte habe das Gerät „zum Dank für die geleistete Hilfe“ an sich genommen, unterstütze dies. Auch Pietzek wollte nicht recht glauben, dass das Tablet versehentlich in das Auto des Angeklagten gelangt war und verurteilte ihn in diesem Fall wegen Diebstahls.

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©Richter