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Mingeröder Feuerwehr nimmt an der Steuben Parade in New York teil

Eichsfelder Brandschützer am Big Apple Mingeröder Feuerwehr nimmt an der Steuben Parade in New York teil

Etwa ein Jahr haben die Planungen gedauert. Dann war es soweit: Die Freiwillige Feuerwehr Mingerode ist bei der berühmten Steuben Pararde in New York mitmarschiert. Zwischen hunderten deutsch-amerikanischen Brauchtumsgruppen, Clubs und Vereinen, davon mehr als 20 Gruppen aus Übersee, haben die Eichsfelder stolz ihr Banner vom „Fire Department Mingerode“ auf der Fifth Avenue präsentiert – und dabei erfahren, welch große Achtung die New Yorker den Feuerwehrleuten entgegenbringen.

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Steuben Parade 2014: Die Freiwillige Feuerwehr Mingerode marschiert direkt vor der New Yorker Berufsfeuerwehr über die Fifth Avenue.

Quelle: EF

Mingerode. „Mit unserem Banner haben wir Eindruck gemacht. Viele wollten sich damit fotografieren lassen“, sagt Ortsbrandmeister Siegfried Mecke, der mit 18 Aktiven zwischen 20 und 74 Jahren und 14 Nicht-Aktiven nach New York gereist war.

„Zuvor hatten wir uns beim Steuben-Komitee beworben und im Dezember 2013 die Zusage erhalten“, erzählt Feuerwehrmitglied Andre Schwedhelm. Die Beteiligung der Mitreisenden musste so abgestimmt werden, dass der heimische Brandschutz auch während dieser Zeit gewährleistet werden konnte.

Mit ihrer Fahne und in Uniform sind die Aktiven der Mingeröder Feuerwehr zum Gottesdienst in die St. Patrick´s Cathedral einmarschiert, womit die Steuben Parade eröffnet wurde. „Der Kardinal von New York feierte die Messe, und es wurden deutsche Kirchenlieder gesungen“, sagt Schwedhelm.

Anschließend startete der Umzug, und jede Gruppe wurde den Zuschauern am Straßenrand vorgestellt. „Wir marschierten direkt vor der New Yorker Feuerwehr. Da ging es sehr kameradschaftlich zu“, sagt Mecke.

Nicht erst seit Nine-Eleven genieße die Feuerwehr in New York großes Ansehen, erzählen die Mingeröder. Jede Feuerwehrwache habe Kameraden zu beklagen, die bei den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 bei den Einsätzen ihr Leben verloren. Ihre Namen auf Jacken, Helmen oder T-Shirts  werden auf den Wachen und auf den Messingtafeln an Ground Zero in Ehren gehalten.

Wir durften in Uniform umsonst mit der U-Bahn fahren

Der Respekt in der Bevölkerung für die Arbeit der Feuerwehr sei auch den Mingerödern entgegengebracht worden.  „Wir durften in Uniform umsonst mit der U-Bahn fahren, und Leute, die unser Banner sahen, fragten interessiert, wo Mingerode liegt“, beschreibt Schwedhelm die Reaktionen.

Die Eichsfelder besuchten auch einige New Yorker Feuerwachen. „In der Stadt herrscht totaler Platzmangel. Jede Wache in New York fährt ungefähr 4000 Einsätze im Jahr. Aber die Kameraden haben nicht mal Spinte, ihre Sachen hängen einfach an Haken an der Wand und die Gebäude wirken sehr heruntergekommen“, beschreibt Mecke den dürftigen Zustand.

Auch für touristische Besichtigungstouren blieb Zeit. Von der Freiheitsstatue bis zum Rockefeller-Center wurde ein enges Programm bewältigt. „Unsere 82-jährige Reiseleleitung war ebenfalls deutschstämmig und total fit“, staunt Schwedhelm.

Als „Stadt, die nie schläft“ hätten die Mingeröder New York erfahren, laut, hektisch und faszinierend. „Da muss man mal hin. Aber nach zwei Wochen muss man auch wieder weg. Ruhe gibt es dort nirgends“, so das Fazit Schwedhelms.

Deutsche Tradition in den USA

Nach dem preußischen Offizier Freiherr Friedrich Wilhlem von Steuben wurde 1957 der große Festumzug benannt, der seitdem im jedem Jahr durch New York City führt. Die German-American Steuben Pararde wurde von deutschstämmigen Amerikanern gegründet, die ihre deustchen Traditionen aufrechterhalten wollten.

Mit etwa 15 Prozent aller US-Amerikaner sind die Deutschstämmigen die größte Einwanderergruppe in den USA. Als amerikanischer General hat von Steuben im Unabhängigkeitskrieg die Kontinentalarmee erneuert und wurde seitdem als amerikanischer Held verehrt.

Die Steuben Parade ist allerdings keine Militärparade. Hier marschieren jedes Jahr Trachtengruppen, Musik- und Schützenvereine, Karnevalsorganisationen oder Feuerwehren mit. Als Ehrengäste haben schon drei deutsche Bundespräsidenten teilgenommen: Walter Scheel, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau sowie zahlreiche US-amerikanische Prominente wie Donald Trump oder Siegfried & Roy.

Von Claudia Nachtwey

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