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Spannung bis weit hinter dem Komma

Mingeröder Ortsrat Spannung bis weit hinter dem Komma

Losverfahren oder penible Berechnung? Ein Unterschied in der 14. beziehungsweise 29. Nachkommastelle hat um einen Sitz im Mingeröder Ortsrat entschieden.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Der Gemeindewahlausschuss der Stadt Duderstadt hat am Mittwoch beschlossen, auf das Los zu verzichten und das Mandat an die Unabhängige Wählerliste zu vergeben. Die FDP ist nun nicht im Ortsrat vertreten.

 

Nach Vier Kommastellen: Gleichstand

 

Elf Sitze galt es für den Ortsrat in Mingerode zu vergeben. Zehn davon waren unstrittig – für den letzten aber mussten auch die Nachkommastellen betrachtet werden. Bis zur vierten Stelle konnte kein Unterschied festgestellt werden, sowohl bei der FDP als auch bei der Unabhängigen Wählerliste Mingerode kam „6927“ hinter dem Komma heraus. Dies wäre üblicherweise ein Fall für einen Losentscheid gewesen.

 

Kontrollberechnung ergibt minimalen Unterschied

 

Um sicherzugehen, berichtete am Mittwoch Bettina Steinmetz für die Stadtverwaltung, sei eine Kontrollberechnung vorgenommen worden. Wieder: Kein Unterschied. Jedenfalls bis zur 14. Nachkommastelle. Dort sei ein minimal höherer Wert für die Unabhängige Wählerliste festgestellt worden. Dieser wäre ein Argument gegen einen Losentscheid gewesen.

 

Berechnung auf die 30. Kommastelle

 

Die Verwaltung habe das Rechenzentrum, das die Software zur Wahlberechnung stellt, eingeschaltet, um eine erneute Prüfung vornehmen zu lassen, so Steinmetz. Dort gebe es die Möglichkeit, einen Wert bis zur 30. Nachkommastelle zu ermitteln – und dies sei beinahe nötig geworden. Denn: 29 Stellen nach dem Komma habe es gebraucht, um die Differenz zwischen den Werten zu finden. „Den Fall hatten wir auch noch nicht“, sagte Steinmetz.

 

Sitz geht an Unabhängige Wähler

 

Die Landeswahlbehörde sei um eine Einschätzung gebeten worden, so Steinmetz: Zu entscheiden sei gewesen, ob das Ergebnis nach der vierten Nachkommastelle gerundet werden müsse, dann wäre es zum Losverfahren gekommen. Hätte es ein periodisches Ergebnis gegeben, ebenfalls. Beides aber war nicht der Fall. Schließlich habe die Landeswahlleitung die Entscheidung in die Hände des Wahlausschusses gelegt. Der beschloss gestern, dass die minimale Differenz berücksichtigt werden sollte. Somit erhielten die Unabhängigen den Sitz, die FDP ging leer aus.

 

Damit bekommen CDU und Unabhängige Wähler je fünf Sitze im Ortsrat, die SPD entsendet einen Vertrer.

 

Für die CDU sitzen zukünftig im Ortsrat: Manfred Görth, Ralf Krone, Helmut Rhode, Sebastian Haase und Jens Wüstefeld. Die UWM entsenden Pascal Schwedhelm, André Schwedhelm, Hans Georg Schwedhelm, Hartmut Kohl und René Rhode. Für die SPD ist Joachim Vetter vertreten.

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©Richter