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Mit der Erhebung zur Basilika erhielt St. Cyriakus besondere Rechte

Vollständiger Ablass in Duderstadt Mit der Erhebung zur Basilika erhielt St. Cyriakus besondere Rechte

Mit der Erhebung der Duderstädter St.-Cyriakus-Kirche zur Basilica minor sind neben Pflichten auch bestimmte päpstliche Rechte auf die Kirche übergegangen. So könne durch Besuch der Basilika gläubigen Katholiken ein vollständiger Ablass gewährt werden. Darauf weist die Gemeinde hin.

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Durch den Besuch von St. Cyriakus – zur Basilica minor erhoben – können gläubige Katholiken einen Ablass von Sünden erhalten.

Quelle: Richter

Duderstadt. „Aus ökumenischer Sicht vielleicht etwas schwer verständlich“, äußerte Propst Bernd Galluschke in Bezug auf den versprochenen Ablass.

Aber für gläubige Katholiken sei es eine gute Gelegenheit, inne zu halten. Jede Sünde, selbst eine geringfügige, ziehe „eine schädliche Bindung an die Geschöpfe nach sich, was der Läuterung bedarf, sei es hier auf Erden, sei es nach dem Tod“, heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 1472).

Einen Ablass zeitlicher Sündenstrafen erlangen aber auch Besucher der Duderstädter Basilika nicht einfach durch das Betreten von St. Cyriakus, sondern nur „unter genau bestimmten Bedingungen und durch die Hilfe der Kirche“(KKK 1471). Dazu gehöre der Besuch der Liturgie „oder wenn sie wenigstens ein Vaterunser und das Glaubensbekenntnis sprechen“, so der Gemeindebrief, und „wenn sie auch die Beichte ablegen und in der Meinung des Heiligen Vaters beten.“

Der Theologe Karl Rahner sah in Ablässen eine besondere Form von Frömmigkeit, die dem von seiner Sünde losgesprochenen Menschen helfen könne, „die Folgen seines sündigen Handelns aufzuarbeiten“.

In knapp einem Jahr, 2017, feiern die Protestanten 500 Jahre Reformation: Martin Luther störte sich am Ablasshandel der damaligen Zeit. Buße umfasste für den Reformator das ganze Leben, nicht einzelne Taten, um einen Ablass zu erhalten. Bereits 1967 erließ Papst Paul VI. eine Ablass-Instruktion.

Auch die Ablässe in den Heiligen Jahren 1975, 1983 und 2000 lösten Irritationen in der Ökumene aus. Zu unterschiedlich ist an dieser Stelle das Verständnis von Buße zwischen Katholiken und Protestanten. Das ahnt auch Propst Galluschke, bezeichnet das Recht des vollständigen Ablasses für gläubige Katholiken dennoch als Geschenk.

Absehbar wird diese Irritation auch im kommenden „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ entstehen, das Papst Franziskus ebenfalls mit Ablassversprechen verkündete.

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©Richter