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Mit scheuem Wild auf Augenhöhe

Damwildfütterung auf Gut Herbigshagen Mit scheuem Wild auf Augenhöhe

Rund 70 Interessierte sind am Freitag und Sonntag auf Tuchfühlung mit Damwild gegangen. Bei öffentlichen Fütterungen im Schaugehege auf Gut Herbigshagen haben sie unmittelbaren Kontakt zu den Tieren gehabt und eine Menge über deren Leben erfahren.

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Quelle: Lüder

Duderstadt. 40 Besucher, darunter viele Kinder, versammelten sich am Sonntagnachmittag vor dem Eingang zum Gatter. Bevor sie das Areal betraten, gab ihnen Frauke Deerberg, Honorardozentin bei der Heinz-Sielmann-Stiftung, einige Verhaltenstipps. „Das sind Fluchttiere, die rennen weg, wenn sie Angst bekommen. Daher müssen wir alle ein bisschen leise sein und uns ruhig bewegen“, riet Deerberg den Besuchern, denen sie erläuterte, dass es sich bei Damwild um Pflanzenfresser handele.

Zusammen mit Rahel Nicolaus, die derzeit ein freiwilliges soziales Jahr bei der Sielmann-Stiftung absolviert, legte sie mit einem Band eine weiße Linie, vor der die Kinder Weidenzweige steckten. Gespannt verfolgte die Gruppe, wie die Tiere näher kamen und zu fressen begannen. „Habt ihr die Tiere schon mal gefüttert?“, fragte Deerberg. „Ja, mit dem Kindergarten“, schallte es aus einigen Kinderkehlen zurück. Deerberg verteilte Kastanien und später auch Müsli an die Besucher, die damit das Damwild fütterten.

Zwischendurch streute sie immer wieder biologisches Wissen ein. So lernten die Teilnehmer, dass es sich bei diesen Vierbeinern um Wiederkäuer handele, „die drei Vormägen haben, bevor die Nahrung letztendlich im Hauptmagen ankommt“.

Das Damwild, von dem es derzeit vermutlich rund 100000 Stück in Deutschland gebe und das in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von rund 20 Jahren habe, lebe am liebsten in „halboffenen Gebieten“ und gehöre zu den Hirscharten mit den unterschiedlichsten Farbvarianten. Das Geweih der männlichen Tiere erneuere sich jedes Jahr, werde von Mal zu Mal größer und könne bis zu sieben Kilogramm schwer werden.

Zu sprechen kam Deerberg auf „den weißen Bereich um den Po“, der Spiegel oder Laterne genannt werde. „Wenn die Tiere weglaufen im Dunkeln, laufen sie in einer Reihe dem Chef hinterher und orientieren sich immer an dem weißen Bereich des Vordermannes“, erläuterte die Honorardozentin und ergänzte: „So gehen die im Dunkeln nicht verloren, wenn sie fliehen müssen.“ Abschließend zeigte sie den Besuchern noch Geweihe, das Winterfell vom Reh, Trittsiegel verschiedener Tiere und noch einiges mehr. Für die Gruppe hatte sie großes Lob: „Die waren wunderbar ruhig und die Tiere dadurch sehr zutraulich, so dass sie auch aus der Hand gefressen haben.“

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©Richter